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Sonne, Sichel und die achtstrahlige Venus

NIN.DAR.AN.NA die bunte Herrin des Himmels

Auf den ältesten erhaltenen Tontafeln aus dem Zweistromland über die Himmelsgötter befinden sich Keilschrifttexte über die Sonne, den Mond und über NIN.DAR.AN.NA, die „bunte Herrscherin des Himmels”.
Die Name dieser Himmelsgöttin wurde auch geschrieben als Nin-si-an-na, INANNA (eine Sumerische Name), nin-an-ak (Herrin des Himmels), Ninanna, Ninegalia (Herrin des Palastes), in der akkadischen Sprache Istar oder Ischtar. Die Griechen nannten sie Aphrodite, die Römer Venus.
Der Mondgott Sin (Sumerisch: Nanna) war ihr Vater. In anderen Texten war der Himmelsgot An (Anum) ihr Vater oder Enlil.
Der Sonnengott Shamash oder Schamasch (Sumerisch: Utu) war ihr Zwillingbruder.

Sonne, Sichel und die achtstrahlige Venus

Aus der babylonischen Kultur gibt es mehrere Abbildungen von den drei Göttern Shamash (Sonne), Sim (Mond) und NIN.DAR.AN.NA (Venus).

In Babylonien wurden Gedenk- und Grenzsteine (Kudurru) hergestellt. Um die 160 solcher Steine sind aus der Zeit von etwa 1600 bis 1200 v.Chr. bekannt. Öfters steht ganz oben die Mondsichel zwischen der Sonne (mit Wellen) und einem achtstrahligen Stern, die bunte Herrin des Himmels.

Kudurru (Erinnerungsstein). Oben: die Symbole der Himmelgötter (von rechts nach links) Shamash (Sonne), Sin (Mond) und NIN.DAR.AN.NA (Venus).
Links die sumerische Liebesgöttin Nanaja mit offenen Armen, sie empfängt den König mit seinem Tochter, die eine Harfe trägt. In der Mitte ein Räuchergefäß, die königliche Opfergabe. Rechts der babylonische König Meli-Schipak (1186–1172 v. Chr.) mit erhobenen rechten Hand, ein Zeichen huldvoller Achtung. Die Schenkung eines Landgutes des Königs an seinem Tochter war der Anlass dieses Gedenksteines.
Louvre, Paris

Die achtstrahlige Göttin NIN.DAR.AN.NA
Detail aus einem dem Kudurru des babylonischen Königs Meli-Schipak (1186–1172 BC)

Oben die drei Götter Shamash (Sonne), Sim (Mond) und NIN.DAR.AN.NA (Venus) in der gleichen Reihenfolge
Auf diesem mittelbabylonischen Kudurru (um 1100 v. Chr.) stehen auch Skorpion und Löwe.
British Museum, London


Kudurru Meli-Schipak
Nin.dar.an.na in der Mitte zwischen Shamash und Sin, Venus zwischen Sonne und Mondsichel
Louvre, Paris


Kudurru Nebukadnezar I. (1126-1104 v. Chr.)
Die drei Götter Shamash (Sonne), Sim (Mond) und Nin.dar.an.na (Venus) von rechts nach links
Ganz unter ist der Skorpion abgebildet, oben ihn der Skorpionmensch mit Vögelpfoten und mit Pfeil und Bogen.

British Museum, London

Da war damals erstaunlich viel Wissen vom Mond und Venus und relativ sehr wenig von den Sternen. Lange war MUL.MUL (die Sterne, die Sieben Götter, die größen Götter) als einiger benannt. Erst etwa ein Jahrtausend später wurden in den Keilschrifttexten ihre erste 36 Sterne und Sterngruppen erwähnt. Die Planeten Saturn und Merkur wurden ebenso erst relativ spät beschrieben.

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