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Die Himmelsscheibe von Nebra (Durchmesser 32 cm). Ursprünglich waren die Mondsichel, die 32 goldenen Punkte und die große Scheibe links von der Mitte abgebildet, etwa wie auf diesem Photoshopbild. Später kam ja Mehreres dazu.

Rhythmenforschung an der Himmelsscheibe von Nebra

Wie oft sind Venus und Sichel zusammen bei den Plejaden?

John Meeks

Die Daten der Zusammenkünfte (Lat. 51° N und Long. 7.5° O).:

25. Feb. -1788 (Venus knapp unterhalb der Plejaden, Mondsichel oberhalb), leider um 8.21 Uhr Mitteleuropäische Zeit

27. Feb. -1772 (Venus bei Electra, Mondsichel links davon) um 18.21 MEZ, obwohl bei einsinkender Dunkelheit der Mond sich wegbewegt.

28. Feb. -1764 (Venus bei Taygeta, Mondsichel unterhalb)

3. März -1748 um 1.21 MEZ

6. März -1732 (Venus 2° nördlich der Plejaden, Mondsichel 2° östlich) um 11.21 MEZ

Im Zeitraum -2100 bis -1601 sind einige schöne Zusammenkünfte von Mond, Plejaden und Venus , doch nicht alle - sogar die wenigsten - fallen zu einer Stunde, die für die Nebra-Kultur günstig ist.

Es ist gar nicht so schwierig, die Zeitspannen auszufinden, wo eine solche Begegnung möglich ist. Es ist immer in der Zeit, wo die Venusschleife an den Plejaden sich vorbeibewegt. Es gibt also immer wieder - alle 243 Jahre - eine Periode von etwa 40 Jahren, wo Venus sich durch die Plejaden hindurchbewegt.

243 Jahre vor -1601 war - 1844. Venus passierte etwa ein Plejaden-Durchmesser südlich der Plejaden, jedoch ohne Mondsichel.

Danach bewegt sich die Schleife zu weit nach Westen, sodass weitere Annäherungen von Venus und den Plejaden nicht mehr zustande kommen.


1. April 2044 wird die nächste Gelegenheit sein, eine schöne Mond-Plejaden-Venus Zusammenstellung zu sehen. Diese ist ein direkter Nachkomme von der Konstellation von -1601 !

Genauer gesagt: eine Schleife wandert in 243 x 5 = 1215 Jahren durch den Tierkreis. In dieser Zeit wandert sie durch alle Schleifen-Formen und Zwischen-Formen, entsprechend einer bestimmten Lage der Knoten.

In 3645 Jahren hat sie diese Wanderung dreimal vollzogen. -1601 + 3645 = 2044.

Eine solche "Nachkommenschaft" erinnert ein Bisschen an die Saros-Perioden.

Interessant ist es, die Venus-Schleifen zu vergleichen. Weil die Knoten in der Zwischenzeit gewandert sind, bekommt man eine etwas andere Form.

2044 wandert Venus durch die Plejaden; 1602 BCE wanderte sie etwas südlich davon. Aber gerade diese südliche Stellung macht die Nebra-Stellung leichter künstlerisch darstellbar.


Notizen LB

Tabelle hergesteltt mit Skymap Pro

  • Bemerkenswert ist die entdeckte 16 jährige Ordnung zwischen - 1788 bis - 1732. Das 2*8 jährige Venus-Rhythmus und das 19 jährige Mond-Rhythmus fügen sich zusammen.
  • Bei jedem nächsten Treffen nimmt die Elongation ab ( - 1788 Winkelabstand Venus-Sonne 44,8 Grad, - 1732 nur noch 34,6 Grad).
  • Nach jeweils 8 Jahre ändert sich beim Treffen alles ein wenig. Vergleichen Sie die allmähliche Verspätung der Daten zwischen 27. Febr. und 9. März.
  • Von - 1788 bis - 1732 hatte Venus alle acht Jahre eine dreifache Konjunktion mit Alcyone. Diese Periode ist also eine Spezielle, die immer wieder auftritt.
    Das Treffen am 9. März - 1732 am Abendhimmel gehörte zur letzten dreifachen Konjunktion Venus-Alcyone aus einer Reihe von acht.

Siehe für eine weitere Ausarbeitung dieser "höhere Ordnung" zwischen Venus, Stern und Sonnen die Forschungsarbeit von Jean Meeus.

Forschung von Jean Meeus

Siehe für die langjährige Rhythmen von Venus mit Alcyone, dem hellsten Stern der Plejaden" die Forschungsarbeit von Jean Meeus. Er zeigt auch, wie die Schleife von Venus über die Plejaden vom Ost nach West zieht.

Quelle: Jean Meeus (2002) "More Mathematical Astronomy, Morsels", Willmann-Bell S 271-276

B. L. van der Waerden: 56, 64 Jahre oder 120 Jahre

Der 8-jährige Venuszyklus könnte der Schlüssel sein, die Himmelsscheibe besser zu verstehen und in einen größeren Kulturzusammenhang zu bringen. B. L. van der Waerden bespricht, wann Venus wieder bei dem Mond in der gleichen Phase, z.B. Neumond, steht.

  • "Acht Jahre später würden alle Venuserscheinungen 4 Tage früher im babylonischen Monat stattfinden, damit geht die Übereinstimmung verloren.
    (Fett von LB, der Mond ist acht Jahre später beim nächsten Venus-Plejaden-Treffen nicht wiederum eine Abendsichel).
  • Um wieder Übereinstimmung zu erreichen, muß man 7 oder 8 mal 8 Jahre, also 56 oder 64 Jahre weitergehen. Dann nämlich verschieben sich die Venuserscheinungen um 28 oder 32 Tage, d.h. um rund einen Monat, wodurch die richtige Lage zum Neumond wieder hergestellt ist.
  • Man kann auch um 56+64=120 Jahre weitergehen."
Aus: B. L. van der Waerden: "Die Anfänge der Astronomie", Erwachende Wissenschaft II,
Birkhäuser Verlag, Basel 1980, 2. Auflage S. 42

Wann war die etwas schmalere oder dickere Abendsichel
sowohl bei Venus als bei den Plejaden?

Andere Seiten dieser Website bieten einen guten Einblick im kontrastreichen Erscheinen von Venus als Abendplanet in einer Periode von acht Jahren. Ein Mal in acht Jahren gibt es ein extra schönes Venus- Plejaden Himmelsbild.

Andere Trio´s Plejaden-Venus-Abendsichel aus Zeiten noch langer her als 27. Februar 1602 v. Chr. (im Tabel: 27. Februar - 1601) sind mit Hilfe von Tabellen hergestellt mit dem Programm Skymap Pro und dem Bildschirm-bilder vom Programm Cybersky gefunden.

In Excel lassen sich die Venus-Alcyone-Konjunktionen filtrieren (gut sichtbar an dunklen Abendhimmel, Venus fast max. Entfernung zur Sonne).

Abendkonjunktion-Venus-Alcyone-Skymap-MIN2100-1500.xls

Venus bleibt mehrere Tage in der Nähe von den Plejaden, der Mond zieht dagegen ganz rasch an ihnen vorbei. Die Tabellen der Mond-Alcyone Konjunktionen (12 oder 13 Mal im Jahr) sind für diese Forschungsfrage unüberschaubar lang. Für die Periode -2100 bis - 1500 sind es 155 A4 Seiten:

moon-alcyone-MIN2100-1500-Skymap-S155.pdf

Der Mond zieht jährlich ebenfalls etwa so oft an Venus vorbei. Die auffälligen Venus-Mond-Alcyone Konjunktionen am dunklen Abendhimmel lassen sich nicht leicht mit den Tabellen aus Skymap Pro erforschen. Da ist ein großer Kluft zwischen was die Tabellen bieten und das Himmelsbild eines Abends worauf Venus östlich von den Plejaden intensive leuchtet, und die Sichel sich westlich von den Plejaden befindet. Mit noch neu herzustellenden Berechnungsmethoden würde man in der Rhythmenforschung viel Neues entdecken können.

Eine Selektion der Trio´s noch früher als 1602 v. Chr, die mit Hilfe von Tabellen von Skymap Pro (Kriterium: Venus ist näher zu der Erde als die Sonne) und mit grafischen Darstellungen von Cybersky gefunden sind. (Da ist nicht geschaut ob die Entfernung zu Alcyone weniger als 3 Grad ist.):

  • 27. Febr. - 1609 (Sichel schon östlich von Aldebaran) (Bildschirm: 1610 v. Chr.)
  • 24. Febr. - 1617 (Venus westlich von Plejaden)
  • 2. März - 1729 (Sichel noch viel zu tief, Venus südlich von Sichel)
  • 2. März - 1737 (Sichel schon höher als Plejaden)
  • 27. Febr. - 1772 (Sichel viel zu südlich unterhalb den Plejaden)
  • Die noch früher im Jahreslauf stattfindende Trios sind (noch) nicht weiter erforscht. (Siehe das Excel-datei für Venus mit einer Entfernung zur Sonne von 45 Grad beim Treffen mit Alcyone im Februar.)
  • 8. März - 1857 (Venus wie auf der Scheibe, Sichel noch zu tief)
  • 7. März -1865 (sehr nahe Konjunktion von Sichel unterhalb Plejaden, Venus wurde während der Dämmerung bedeckt)
  • 13. März - 1977 (Venus südlich von den Plejaden, Sichel noch so tief, Venus Elongation 29 Grad, Magnitude - 4)
  • 12. März - 1985 (Venus und Sichel zu weit südlich von den Plejaden)
  • 11. März - 1993 (Venus noch zu weit entfernt von den Plejaden, Venus nur Dämmerungsplanet, Elongation 27 Grad, Magnitude -3,9)

Das Himmelsbild sieht jeweils so anders aus! Die Bildschirm-methode fragt viel Zeit, bietet jedoch einen besseren Einblick. Und man entdeckt leicher: Es gibt nicht ein Ordnungsgesetz für immer. Mehrere sich wandelnden Bedingungen haben berücksichtet zu werden.

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