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Die bunte Herrin des Himmels
ermöglicht
einen achtjährigen Vorausblick

Die sumerische und babylonische Betrachtung der INANNA wirft ein neues Licht auf das Venus-pentagramm und auf die Himmelsscheibe von Nebra.

Das achtjährige Venuspentagramm zeigt ganz andere Eigenschaften von Venus als diejenige die drei-viertausend Jahre her im Zweistromland beobachte wurden. Es gibt die Entdeckung von König Ammizaduga, nach acht Jahren wieder die ähnlichen Schaltmonaten, extra Farbe. Es bringt eine räumliche Ergründung von dem Zusammenspiel von Venus mit der Sonne, was seine Vorläufer und er entlang ganz anderen Wegen entdeckt hatten.

Intermezzo - das Venuspentagramm

Heutzutage sind die Phänomenen des achtjährigen Venuszyklus (2012, 2020, 2028) relativ wenig bekannt. Die darauf grundende räumliche Vorstellung des Venuspentagramm hat April 2020 jedoch schon 2.280.000 Links auf Internet. Für die Menschen die bekannt sind mit dem Venuspentagramm, kann dieses räumliches Bild eine Hilfe sein den achtjährigen Zyklus von Venus und die Schaltpraxis ab etwa 1800 - 1600 v. Chr. besser zu verstehen.

Sehr lesenswert sind die ausgezeichneten Beschreibungen der Venusphänomenen von Hermann von Baravalle und die Besprechungen des Venuspentagramm von Joachim Schultz. Die Variationen innerhalb 8 Jahren sind ein wichtiges Aspekt um die babylonische Beobachtungen der Venussischtbarkeiten besser verstehen zu können.

Siehe: "Die Venusphänomene im Tages- und Jahreslauf. Eine neue Sonnenastronomie"

JUPITER2007-02Bisterbosch.pdf

Das Venuspentagramm ist eine weitere Abstraktion der räumlichen Bewegung von Venus (grün) zu der Erde (braun, in der Mitte) und zur Sonne (gelbe Kreis) in acht Jahren. Siehe unterstehendes Bild. Das Pentagramm lässt zich zeichnen, wenn die 10 (unsichtbaren) Konjunktionen von Venus mir der Sonne in acht Jahren in zwei Gruppen von fünf verteilt werden. Venus ist auch vor und nach ihrer Konjunktion mit der Sonne unsichtbar. Die Konjunktionstage finden (meistens) nicht statt in der Mitte der Unsichtbarkeitsperiode, die haben entlang anderen Wegen berechnet zu werden.

Diese Komposition ist eine Kombi von fünf Mal das unterstehende Bild. Das untere Bild zeigt die Abstandsverhältnissen
* ab einer sogenannten oberen Konjunktion, Venus von der Erde aus betrachtet hinter die Sonne, siehe den Anfang der Venusbahn (den grünen Punkt links),
zu
** einer unteren Konjunktion. Venus von der Erde aus betrachtet vor die Sonne, Venus zwischen Erde und Sonne,
und dann
*** zu der nächsten Konjunktion von Venus zur Sonne, welche wieder eine obere Konjunktion ist (den grünen Punkt rechts).

Dieser Periode, dieses Zusammenspiel von Venus mit der Sonne, ist der sogenannte synodische Periode von Venus. Diese dauert durchschnittlich 1 Jahr und 7 Monate.

Zeitlich halbwegs, und auf dem Bild in der Mitte: "Nin-si-an-na verschwindet im Westen, sie erscheint im Osten". Die bunte Herrin des Himmels wird von Ischtar zu Dilbat.
Nach dem Kalender von König Ammizaduga bleibt sie 3 - 20 Tage unsichtbar. "Ihr Gang in die Unterwelt" findet statt, wenn sie näher zur Erde ist als die Sonne ist.
Während der unteren Konjunktion mit der Sonne erreicht Venus ihren kürzsten Distanz zur Erde.
Die andere Unsichtbarkeitsperiode findet zur Zeit der oberen Konjunktion statt. Dann bleibt sie viel länger unsichtbar: 2 Monate und 1-15 Tage. Sie ist dann weiter entfernt von der Erde als die Sonne.
"Nin-si-an-na verschwindet im Osten, sie bleibt 2 Monate und vier Tage unsichtbar und erscheint im Westen." Die bunte Herrin des Himmels wird von Dilbat zu Ischtar, wenn sie hinter der Sonne ist.
Während der oberen Konjunktion mit der Sonne erreicht Venus ihre weiteste Entfernung zur Erde.

Die Zeitspanne zwischen zwei unteren Konjunktionen dauert durchschnittlich gleich lang als die Zeitspanne zwischen zwei oberen Konjunktionen von Venus mit der Sonne: 1 Jahr plus 7 Monaten. Sie schwanken zwischen 577 und 592 Tagen.

Fünf synodische Perioden dauern fast exakt acht Jahre (2,5 Tage weniger). In acht Jahren gibt es 5 obere und 5 untere Konjunktionen. Und die sechste obere Konjunktion findet nur 2-3 Tage früher im gregorianischen Kalender statt (siehe die Punkten 1-6 der Spitzen des unterstehenden Pentagrammes).

Die unsichtbare Venus-Sonne Konjunktion im neunten Regierungsjahr des Königs fand 2-3 Tage früher im Sonnenjahr statt als diejenige im ersten Regierungsjahr. Diese Eigenschaft von Venus wusste der König nicht. Das war ja völlig unmöglich, es gab ja noch keine Vorstellung von einem Sonnenjahr von 365 Tage. Der König brauchte diese räumlichen Gesetze nicht um den Mondkalender gut schalten zu können. Er benutzte den achtjährigen Venus-Zyklus ganz anders.

Die Pentagram-Abstraktion verschleiert die sogenannten Unregelmässigkeiten der Sichtbarkeitsperioden. Sie verneint, dass INANNA sich in acht Regierungsjahren immer anders verhält mit ihrem Zwillingbrüder Schamasch.

Links: Das Venuspentagramm der fünf oberen Konjunktionen in acht Jahren: Nin-si-an-na verschwindet im Osten, sie erscheint im Westen, die bunte Herrin des Himmels wird von Dilbat zu Ischtar.

Rechts: Das Venuspentagramm der fünf unteren Konjunktionen in acht Jahren: Nin-si-an-na verschwindet im Westen, sie erscheint im Osten, die bunte Herrin des Himmels wird von Ischtar zu Dilbat.

Über diese greichische Betrachtungsart des Pentagramms ist viel mehr zu berichten, was der Rahmen dieser babylonischen Himmelskunde jedoch übersprengten wurde. Und es könnte das Verstehen der Anfängen der Himmelskunde beschweren.

Venus bei einem hellen Stern

Erst viel später wurde beobachtet, bei welchen Sternen Nin-si-an-na aufleuchtet.

Erst tausend Jahre nach dem Kalender von Ammizaduga, erst etwa 480 v. Chr. wurde die Vorstellung des Tierkreises gebildet. Dies geschah im Austausch mit griechischen Astronomen und Philosophen. Ab dann wurde gefolgt und berechnet, wie Venus durch den Tierkreis zieht. Siehe obenstehendes Bild.

Die fünf Konjunktionsstellen von Venus und Sonne fallen sowohl bei den oberen wie den unteren Konjunktionen auf dieselben Tierkreisstellen.

Quellen:

BARAVALLE, HERMANN VON: Die Bewegungserscheinungen von Merkur und Venus.
In: MATHEMATISCH-ASTRONOMISCHE SEKTION AM GOETHEANUM (Herausgeber): Kalender Ostern 1934 – Ostern 1935, Seiten 46–48. Dornach, 1934.
BARAVALLE, HERMANN VON: Die Erscheinungen am Sternenhimmel.
Verlag Freies Geistesleben,
Stuttgart, 4. Auflage, 1962.
BISTERBOSCH, LIESBETH: "Die Venusphänomene im Tages- und Jahreslauf. Eine neue Sonnenastronomie"
In: Jupiter, Vol. 2 (2007), ISSN 1661-8750 Verlag am Goetheanum, Dornach/Schweiz
SCHULTZ, JOACHIM: Die Venusperioden und ihr vierjähriger kosmischer Atmungsrhythmus.
In: MATHEMATISCH-ASTRONOMISCHE SEKTION AM GOETHEANUM (Herausgeber): Kalender Ostern 1934 – Ostern 1935, Seiten 3–13. Dornach, 1934.
SCHULTZ, JOACHIM: Rhythmen der Sterne.
Verlag am Goetheanum, Dornach, 3. Auflage, 1985.

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