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Die Anordnung der sieben Planeten über die 24 Stunden.
Abgebildet ist, über welche Stunden und Tage sie "regieren".
In der ersten Spalte steht der Planet, der die erste Stunde regiert, in der zweiten der Planet, der die zweite beherrscht, usw.
Der Anfang macht Saturn als Herrscher über die erste Stunde des ersten Tages, Mars beschlieβt diesen als Beherrscher der 24. Stunde. Die Sonne ist Herrscherin über die erste Stunde des zweiten Tages.


Auf den Jupitertag folgt der Venustag

Das helle Licht tief im Süden ist Jupiter. Zu Beginn des Monats steht er um 23.00 Uhr tief im Südwesten, am Ende des Monats ist er gegen 21.00 Uhr Winterzeit bereits untergegangen. In den kommenden Monaten wird die Venus zum auffälligsten Planeten werden. Jener einsame Lichtpunkt tief am noch blauen südwestlichen Himmel, ein gutes Stück weiter links der Stelle, wo die Sonne unterging, ist Venus. Anfang Oktober steht sie nach Sonnenuntergang nur eine knappe Stunde über dem südwestlichen Horizont, Ende Dezember jedoch glänzt sie schon vier Stunden in ihrer Schönheit am funkelnden Sternhimmel. Dann wird Jupiter nur noch während der der Dämmerung sichtbar sein. Gegen Ende des Jahres hat Jupiter gleichsam Platz gemacht für Venus, er weicht.

In den indogermanischen Sprachen besteht ein Zusammenhang zwischen den Wörtern weichen, wechseln und dem Wort Woche. Der Donnerstag ist nach dem starken Gott Donar benannt, der Freitag nach Freya, die sowohl Fruchtbarkeits- wie auch Kriegsgöttin war. Auf den Donnerstag folgt der Freitag; Donar räumt die Stellung für Freya.

Die Woche ist ein geheimnisvoller Rhythmus. Die siebentägige Periode ist nämlich im Gegensatz zum Tag, dem Monat und dem Jahr kein naturgegebenes Phänomen. Die Germanen übernahmen von den Römern die Siebentagewoche. Der Donnerstag hieß bei den Römern dies Iovis (Tag des Jupiter), der Freitag dies Veneris (Tag der Venus). In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung verehrten viele Römer ihren höchsten Gott, Jupiter, am dies Iovis und ihre Liebesgöttin Venus am darauffolgenden Tag. Die Christen betrachteten dies als heidnisches Brauchtum. Die Apostel feierten am Tag nach dem Sabbat den Auferstehungstag. Ihr "Tag des Herrn" erhielt den Namen dies dominica. Er war der erste Tag der neuen Woche. Die darauffolgenden Tage trugen keinen eigenen Namen, sie waren entsprechend der jüdischen Tradition durchnummeriert: der zweite Tag, der dritte Tag usw.

Die Römer hatten die Siebentagewoche mit den Planetennamen von den Griechen übernommen. In den letzten Jahrhunderten vor der Zeitenwende herrschte ein reger Austausch zwischen sehr unterschiedlichen Kulturen. Die Siebentagewoche war ein jüdischer Brauch und damals bereits tausend Jahre alt. Der jüdischen Schöpfungsgeschichte zufolge schuf Gott Himmel und Erde in sechs Tagen, und am siebten ruhte er von seiner Arbeit. Die Juden hatten nur dem letzten Tag der Woche einen Namen gegeben: Sabbat.
Die Ägypter besaßen einen Jahrkalender mit 36 Perioden von 10 Tagen plus 5 Festtage. Der Tag besaß 12 Tages- und 12 Nachtstunden. Jede Stunde wurde von einem anderen Gott regiert.

Griechische Astronomen, die dank der Himmelbeobachtungen der Babylonier mit den Planetenrhythmen vertraut waren, ordneten ab dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert die Planeten folgendermaßen: Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond.

Unsere Abbildung zeigt, was in der hellenistischen Zeit neu entstanden ist: Die sieben Planeten wurden in der dort wiedergegebenen Reihenfolge zu den Göttern, die die Stunden regierten. Der Planet, der über die erste Stunde herrschte, wurde dann zum jeweiligen Tagesgott. Auf dieser Weise wurden der Reihe nach Saturn, Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter und Venus (und dann wieder Saturn) zu Tagesgöttern.

Der Übergang von z.B. Sonntag auf Montag hat einen anderen Qualität als derjenige von Donnerstag auf Freitag: Im Wechsel vom Jupitertag auf dem Venustag weicht der weisheitsvolle, weite Blicks des höchsten Gottes der Schönheit.

Deze tekst is geschreven voor a tempo, Oktober 2008.

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