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Eine babylonische Darstellung des Jagdgottes PA.BIL.SAG

PA.BIL.SAG, der babylonische Jagdgott, unser Sternbild Schütze

Im Juni beschreibt die Sonne tagsüber ihren höchsten Himmelsbogen und geht erst spät am Abend unter (NW). Während der Abenddämmerung gehen Skorpion und Schütze auf (SO). Diese Tierkreisbilder beschreiben einen niedrigen und kurzen Himmelsbogen. In der hellsten Zeit des Jahres befinden sie sich während der kurzen, grauen Nacht niedrig über dem südlichen Horizont. Nur der oberste Teil der beiden Bilder ist wahrnehmbar. Der orangefarbene Stern wenig oberhalb des südlichen Horizonts heißt Antares (im Skorpion).

In südlichen Ländern geht die Sonne in diesen Monaten früher unter und es wird nachts vollkommen dunkel. Die Sternbilder steigen steiler auf, und man sieht am südlichen Himmel Skorpion und Schütze in ihrer vollen Pracht. Der Skorpion ähnelt tatsächlich einem Skorpion, den Schützen erkennen wir an seinem Bogen. Man könnte auf den Gedanken kommen, dass die Namen der Sternbilder dadurch entstanden sind, dass man zwischen benachbarten Sternen imaginäre Linien gezogen hat. Doch das ist nicht so. Vieles ist noch undeutlich; sicher ist, dass die meisten Namen und Gestalten der Sternbilder einen babylonischen Ursprung haben.

Um 1700 v.Chr. blühte unter dem Herrscher Hammurabi die babylonische Kultur. Das ganze Reich erhielt eine Gesetzgebung, die gleichen Götter und einen Kalender von 12 Monaten. Im Schöpfungsepos steht, dass der Gott Marduk das Jahr geschaffen hat. Für jeden der 12 Monate habe er drei Sterne geschaffen. Der Name eines Sternes war identisch mit den Namen eines Gottes. Man könnte sagen, dass der Gott die Kraft der jeweiligen Monatsonne war. Auf den ältesten Listen, die 36 Sterne umfassen (1700-1100 v.Chr.) stand der Skorpion meistens beim November, dem Monat, in dem bei den Pflanzen die Todesprozesse überwiegen.

Es haben sich babylonische Grenzsteine erhalten, auf denen ein Gott abgebildet ist. Wer das Land plünderte, in dem dieser Stein stand, musste die Rache dieses Gottes fürchten. Der Gott PA.BIL.SAG, ein Kriegs- und Jagdgott, ähnelt nicht einem gewöhnlichen Jäger (s. Abb.). Dieser Gott hat einen kräftigen Pferdeleib mit zwei Schwänzen. Er ist geflügelt und hat auch einen Hundekopf. Der Gott hat einen menschlichen Oberkörper, spannt seinen Bogen und legt seinen Pfeil zielsicher an. Unter ihm ist ein Skorpion abgebildet.


Zwischen 1100 - 700 v.Chr. haben die Babylonier den Gang der Sterne intensiv wahrgenommen und 71 Sternen oder Sterngruppen einen Namen gegeben. Der Jagdgott Pabilsag erhielt damals einen Ort am Himmel.(Er gehörte nicht zu den ursprünglich 36 Sternen.)Die Priester verfolgten, welche Sterne (=Götter) gleichzeitig auf- und untergingen und notierten den Zeitunterschied zwischen dem Sichtbarwerden der Sterne. In dieser Zeit wurde im November der Skorpion zum ersten Mal wieder sichtbar (im Osten, kurz vor Sonnenaufgang), im Dezember dann der Schütze. Der Monat und die Reihenfolge, in der die Götter während des Sonnenjahres erschienen, waren für sie wichtig. Auf dieser Basis erhielt jeder Gott(= Stern) seinen Ort am Himmel.

Literatur: B.L. van der Waerden: Erwachende Wissenschaft, Bd. II. Birkhäuser Verlag Basel, 1980

a tempo 6/2002


Blz. 96:

Links de Schutter op een Babylonische grenssteen, rechts op de Egyptische tempel in Dendera uit de Romeinse tijd (50 v. Chr.). Het Babylonische beeld heeft een Egyptische stijl gekregen.

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