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"Wenn Saturn in dreißig Jahren so langsam herumgeht,
... er zuweilen direkt auf einen Fleck Erde scheint;
aber dann auch durch die Erde hindurch
diesen Fleck bearbeiten kann."
(Steiner GA 327, 7.6.1924, S. 39)


Elisabeth Vreede had in 1924 aan de Landbouwcursus van Rudolf Steiner deelgenomen en gaf in 1929 namens de math.-astr. Sektion am Goetheanum in Dornach, Schweiz haar eerste sterren- en planetenkalender uit: "Kalender Ostern 1929 - Ostern 1930".

De doelgroep waren de BD-landbouwers. Tzt zullen meerdere artikelen uit haar Kalenders gepubliceerd worden.

Twee voordrachten zijn te verkrijgen via de Forschungsring in Darmstadt :

* Auszüge aus dem Vortrag bei der landwirtschaftlichen Tagung in Dornach im Februar 1927
* "Über Mond und Planetenperioden" aus dem Vortrag bei der landwirtschaftlichen Tagung in Dornach im Januar 1930


Elisabeth Vreede:
Über die Aufgangsperioden der Planeten
als Zeiten besonderer Wirksamkeit

In: Kalender Ostern 1935-Ostern 1936, 7. Jahrgang.
Herausgegeben von der Mathematischen-Astronomischen Sektion am Goetheanum,
Dornach (Schweiz)
1935 S. 46-50.

Originaltext (8 MB): aufgangspvreede1935.pdf

Daß die Himmelskörper auf unsere Erde Wirkungen ausüben, das wird heute vielfach zugegeben. Man stellt sich diese Wirkungen nur oft sehr abstrakt vor, so als ob da irgendwo oben der Planet oder der Mond wäre und nun "Strahlen" zu uns sende, ungefähr so wie die Sonnenstrahlen als Licht und Wärme zur Erde kommen würden. Es handelt sich aber um ein viel unmittelbareres Wirken, denn der Planet ist auch von einer Äthersphäre umgeben, die bis zur Erde reicht und was in dieser Sphäre z. B. infolge der Stellung der Planeten zu Sonne, Mond, zu anderen Planeten oder Fixsternen vor sich geht, das wirkt unmittelbar auf die Kräfte und Elemente hier auf Erden. Die Pflanze — das ist hier schon oft ausgeführt worden, man sehe z. B. den Aufsatz von M. Hachez im letztjährigen Kalender — wächst und blüht ganz in der Sonne drinnen, sie lebt und webt in den Sonnenkräften, die als Sonnensphäre die Erde umgeben. Diese Kräfte sind im Winter anders, vor allem schwächer als im Sommer, und der tiefere Sonnenstand in den Wintermonaten ist im Grunde auch eine Art von Zeichen, nicht bloß Ursache dieser Schwäche. Es sind eben andere Kräfte verbunden mit demjenigen Teil des Tierkreises, der ein nach oben ansteigender ist, als mit dem nach unten absteigenden Teil. (In der südlichen Erdhälfte sind es gerade die entgegengesetzten Sternbilder, die diese Lage einnehmen, daher dort auch bei sonst übereinstimmenden klimatischen Bedingungen die Vegetation, die Wachstumsverhältnisse usw. so verschieden sind von denen auf der nördlichen Erdkugel). Von Weihnachten bis zum Johannifest durchläuft die Sonne die Sternbilder Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische, Widder, Stier, die die aufsteigenden sind, sie steigt dann in ihrer täglichen Bahn immer höher, die Lichtperiode wird immer länger. Erst wenn sie am Anfang der Zwillinge ankommt, fängt sie an wieder im Tierkreis hinabzusteigen. (In den landläufigen Kalendern findet man angegeben: Steinbock bis Zwillinge, die Umkehr im Krebs, doch handelt es sich da um die Zeichen, in unserem Kalender immer nur um die realen Sternbilder. Vgl. S. 15 und auch in unserem ersten Kalender 1929/30 "Zur Einleitung").

Auch beim Mond macht sich der Unterschied bemerklich. Gemeint ist nicht der zu- oder abnehmende Mond, sondern der in seiner Bahn ansteigende und dann wieder absteigende Mond. Dieses vollzieht sich im Laufe von 27 1/3 Tagen, dem sogenannten siderischen Mondumlauf, während die Zeit von Neumond zu Neumond (oder Vollmond zu Vollmond) bekanntlich fast 30 Tage umfaßt. Es ist der Mond während 14 Tage "obsigend" (aufsteigend) und ebenso lange ,,nidsigend" (absteigend) wie es aus unserem Kalendarium und den "Erläuterungen" S. 16 zu ersehen ist. Bei dieser Art der Mondkräfte handelt es sich also nicht um das Zunehmen oder Abnehmen des Wachstums und dgl., sondern um ein Aufstreben, Festwerden bei allem, was man landwirtschaftlich während der ersten Hälfte dieser Mondperiode unternimmt, d. h. also wenn der Mond durch die Sternbilder vom Schützen bis zu den Zwillingen geht, ganz gleichgültig, in welcher Phase er ist, — und um ein Schwächerwerden, sich zur Erde hinneigen, sich Flachlegen in der zweiten Hälfte, wenn der Mond von den Zwillingen bis zum Schützen wiederum abwärts geht. (Vgl. Kalender Ostern 1930 Ostern 1931.)

Entsprechende Perioden können wir nun auch bei den oberen Planeten, vor allem Saturn und Jupiter unterscheiden. Was der Mond in noch nicht ganz 14 Tagen vollbringt, die Sonne in 6 Monaten, dazu braucht der Saturn fast 15 Jahre! So lange geht er durch die ansteigenden Tierkreisbilder, ebenso lange durch die absteigenden. Seine ,,Aufgangsperiode" liegt also ebenfalls da, wo der Saturn durch den Schützen, Steinbock, Wassermann, Fische, Widder und Stier geht. Seit einigen Jahren ist der Saturn in diesen aufsteigenden Sternbildern zu finden, er hat den Schützen und den Steinbock durchlaufen und steht jetzt im Wassermann. (Er braucht etwa 2 1/2 Jahre für jedes Sternbild.) Er ist also mitten in seiner Aufgangsperiode drinnen. D. h. daß er besondere Wärmewirkungen auf der Erde auslösen kann, die nicht einmal so sehr in hoher Temperatur zum Ausdruck zu kommen brauchen, sondern in dem Aktivieren des im Erdboden und in der unmittelbar angrenzenden Luftschicht vorhandenen Wärme. Solche Wärme spielt besonders für die Nadelhölzer —die ja Saturnpflanzen sind — eine große Rolle. Es sind daher solche Aufgangsperioden günstig für das Anpflanzen von Fichten, Tannen usw., auch Buchen gehören zu den Saturnbäumen.

Natürlich lassen sich in diesen 15 Jahren, während welcher der Saturn "im Aufgang" ist, verschiedene kleinere Perioden unterscheiden, je nach den sonstigen Verhältnissen der Saturnbewegung. So wird er z. B. jedes Jahr, während 4 1/2 Monaten, rückläufig, fängt an eine Schleife zu beschreiben, wie man es auf der dem Kalender beigegebenen Planetenkarte sehen kann. In der Mitte der Zeit seiner Rückläufigkeit - er geht dann zwischen den Sternen von Ost nach West, statt wie sonst von West nach Ost - fällt seine Opposition zur Sonne, d. h. daß er dann der Sonne gegenübersteht, so wie der Mond bei Vollmond. Er steht dann um Mitternacht am höchsten und steht auch in demjenigen Sternbilde, das das der Sonne gegenüberliegende ist. Solche Oppositionszeiten sind gerade diejenigen, wo die oberen Planeten am wirksamsten sind, wo also der Saturn z. B. am meisten in die Wärmeverhältnisse des Erdbodens und der Erdatmosphäre belebend einwirkt. Eine solche Opposition tritt für den Saturn jedes Jahr mit nur 12 Tagen Verspätung ein. Dieses Jahr am 31. August, nächstes Jahr am 12. September usw. Auch in einer ,Aufgangsperiode des Saturn" sollte man die Zeit um die Opposition herum, die Zeit der Rückläufigkeit, der "Schleife" benützen, wenn es sich um Anpflanzungen handelt und dazu noch den zunehmenden Mond, möglichst auch wenn er ,,obsi" ist, damit die Bäumeschön gerade aufwachsen. — Man sieht, daß man so auf ganz bestimmte Zeiten kommt, die sogar in bestimmten Jahren so liegen können, daß keine für die Anpflanzung günstige Zeit herauskommt. Es sollte jedenfalls immer darauf gesehen werden, daß die Luft und der obere Erdboden in einem gut durchwärmten Zustand sind, damit der Saturn, der ja mit den Wärmekräften der Erde zusammenhängt, seine volle Wirkung ausüben könne. Andererseits soll man sich nie zu ängstlich darum kümmern, daß nun gerade alle günstigen Aspekte, wie sie oben aufgezählt wurden, zusammen verwirklicht sind, denn sonst könnte man leicht in eine zu große Abhängigkeit — nicht vom Kosmos, sondern vom gedruckten Kalender! — geraten. Gerade der Landwirt sollte darnach streben, allmählich sich ein Gefühl dafür zu erwerben: Jetzt ist richtige Saturnzeit, jetzt spüre ich, wie Saturn belebend auf die Erdenwärme wirkt; jetzt kann ich meinen Fichtenwald oder meine Pflaumenbäume oder die später als Brennholz zu verwendenden Buchen anpflanzen. — Wenn er dann noch im Kalender nachsieht, ob es mit den Aspekten auch stimmt, so schadet das gewiß nicht, umsoweniger, da für die nächsten 10 Jahre Saturn noch im Aufgang sein wird, also die Hauptbedingung an sich erfüllt ist.

Für den Jupiter haben wir dasselbe nur in einem etwas beschleunigteren Tempo. Jupiter geht in 12 Jahren durch den Tierkreis, ist also während 6 Jahren ansteigend. Im Gegensatz zum Saturn ist er zur Zeit in seiner Niedergangsperiode, er befindet sich in der Wage. Da Jupiter, wie leicht einzusehen ist, für jedes Stern-bild ein Jahr braucht, wird er nach ungefähr 2 Jahren, seinen Aufgang im Tierkreis wieder anfangen, da er dann wieder im Schützen stehen wird. Auch Jupiter hat seinen Einfluß auf die Dauerpflanzen, von denen für den Landwirt insbesondere der Apfelbaum in Betracht kommt. Die Zeit für Anpflanzung dieser Bäume sollte jetzt und in den nächsten Jahren nicht die günstigste sein. So wie beim Saturn auf die Wärme, so soll man beim Jupiter auf das Licht achtgeben, eine Periode von klarem, hellen Licht aussuchen, wenn es sich um Anpflanzungen handelt. Die Oppo-sition des Jupiter zur Sonne verspätet sich jedes Jahr um einen vollen Monat, sie fällt in diesem Jahr am 10. Mai.

Mars hat eine bedeutend kürzere Umlaufsperiode, er geht in noch nicht zwei Jahren um den ganzen Tierkreis herum, hat aber dabei eine Zwischenzeit zwischen zwei Oppositionen von 2 Jahren und 49 Tagen. Es liegen die Verhältnisse bei ihm daher ganz anders als beim Jupiter und Saturn. Man empfindet auch leicht, daß für so gewaltige und langsam wachsende Bäume wie die Eichen — die ja Marsbäume sind — eine ,,Aufgangsperiode", die sich alle zwei Jahre erneuert, nichts Besonderes bedeuten kann. Beim Mars sind aber gewisse Oppositionen besonders wichtig, und als ,,Marsperiode" kann man diejenigen Zeiten ansehen, in denen Mars der Erde besonders nahe kommt, wo seine Opposition mit besonderer Kraft wirken muß. Für Mars gibt es infolge seiner "exzentrischen Lage" Zeiten, wo er gerade, wenn er der Sonne gegenübersteht, der Erde besonders nahe ist. Man kann dieses "Nahestehen" auch in mehr elementarischer Weise auffassen, äußerlich zeigt es sich jedenfalls in einem gewaltigen Zunehmen an Licht und Größe des Marsplaneten zu solchen Zeiten, auch im Vergleich zu seinen sonstigen Oppositionen zur Sonne. Er ist (im Sinne der Kopernikanischen Theorie) dann der Erde fast zweimal näher als zu den anderen Oppositionszeiten, wie es in einem kleinen Schema hier verdeutlicht werden soll.

Die Opposition des Mars (M) bringt ihn im Vergleich zur Erde (E) viel näher im ersten Fall (rechts) als im zweiten (links), das erste wäre eine "günstige" Opposition in unserem Sinne und auch für die Astronomen, die sich aus Beobachtungsgründen immer außerordentlich darüber freuen, während die Astrologen bei jeder Marsopposition Krieg, Pestilenz und weiteres Unheil zu prophezeien pflegen. Eine solche Opposition, die Mars ganz in die Erdnähe bringt, kann nur in den Spätsommermonaten geschehen, Ende August oder Anfang September. Da die Sonne dann im Löwen steht, findet die Opposition zu der Zeit immer im Wassermann, dem gegenüberliegenden Zeichen, also in einem aufsteigenden Sternbilde statt. Die ,,Marsperiode" würde also nur solche Aufgangsperioden umfassen, die mit diesen besonderen Oppositionszeiten zusammenfallen. Das ist im allgemeinen alle 15 - 17 Jahre der Fall, zuletzt 1877, 1892, 1909, 1924 und wird erst wieder 1939 stattfinden, aber dann nur in schwachem Maße, da die Opposition schon im Juli fällt, während sie 1941 im Oktober — also etwas spät —sein wird. Aber Mars wird beide Male trotzdem in einem aufsteigenden Sternbild stehen, das einemal im Steinbock, das anderemal in den Fischen. Die übrigen zweijährigen Oppositionen des Mars zur Sonne liegen alle weniger günstig.

Für die unteren Planeten liegen die Verhältnisse anders, sie können nicht in Opposition zur Sonne gelangen, da sie sich von der Erde aus gesehen nie sehr weit von der Sonne entfernen. Sie beschreiben zwar auch Schleifen, aber bei einer Konjunktion, der sogenannten "unteren Konjunktion" mit der Sonne, die so etwas wie "Neumond" bedeutet. (Vgl. den Aufsatz von J. Schultz über Venusperioden im letztjährigen Kalender.) Venus hat dieses Jahr die untere Konjunktion am 8. September, sie ist dann im Löwen, da ja die Sonne zu dieser Zeit auch im Löwen steht. Dann entfernt sie sich zunächst von der Sonne nach der anderen (westlichen) Seite hin, da sie dann rückläufig ist, ohne aber den Löwen zu verlassen und wird Morgenstern. Als solchen durchläuft sie auch die Sternbilder Jungfrau und Wage, um erst zu Anfang des Jahres 1936 im Skorpion, dem Sternbilde des Todesstachels zu stehen. Die Obsi und Nidsi Verhältnisse spielen für die unteren Planeten keine besondere Rolle, cl. h. sie teilen diese bis zu einem hohen Grade mit der Sonne selber, an deren Nähe sie ja immer gebunden sind.

Vom kleinen Merkur ist zu sagen, daß er mit solcher Geschwindigkeit seine Bewegungen, Schleifen und sogar Stillstände vollzieht, daß er, immer in engster Sonnennähe bleibend, kaum eigene ,,,Aufgangsperioden" für sich in Anspruch nimmt und bei all seiner Quecksilbrigkeit in treuer Beharrlichkeit dafür sorgt, daß jedes Jahr die einjährigen Pflanzen, insofern sie von ihm abhängen, unter annähernd gleichen Bedingungen heranwachsen können. Nur eine Siebenjahrperiode ist ihm in eigentümlicher Weise eigen. So wie die Venus ihre Schleifen in aufeinanderfolgenden Pentagrammstellungen vollführt,* so geht der Merkur derart um den Himmel herum, daß er (man vergleiche unsere Planetenkarten!) immer 3 bis 3 1/2 Schleifen im Jahre beschreibt, diese aber so liegen, daß sie sich im Laufe von etwa sieben Jahren zu einem Ring durch den ganzen Tierkreis hindurch schließen. Und da der Merkur u. a. unsere physische Regeneration durch den Stoffwechsel besorgt, diese wiederum besonders durch die unteren Konjunktionen (Schleifenbildungen) bedingt ist, kann man verstehen, warum der Mensch in sieben Jahren seinen Körper ganz erneuert, den physischen Substanzen nach!

Damit sind wir von den Bäumen und Pflanzen und durch eine flüchtige Berührung mit dem Tierreich schließlich beim Menschen angelangt, der wie kein anderes Wesen den ganzen Kosmos in sich trägt.

* Daß dies so ist, läßt sich aus jedem Astronomiebuch, das die Venusbewegungen im Verhältnis zur Erde (also gleichsam Ptolemäischl) wiedergibt, leicht ablesen. Der Verfasserin des vorstehenden Aufsatzes z. B. war jene Fünfeckform schon seit der Kindheit aus populären Büchern wie Flammarions .,Les Terres du Ciel" etwas völlig Vertrautes. Man vergleiche auch z. B. R. A. Proctor, ,,Transits of Venus" 1875 und Valentiner "Handbuch der Astronomie".
Diese Bemerkung muß hier leider gemacht werden, weil in einer Schrift ,,Pentagramma Veneris" von M. Knapp. Basel 1934, die einige Monate nach unserem Kalender erschien, eine nur töricht zu nennende Behauptung bezügl. der "Priorität" der "Entdeckung" dieses Venus Pentagramms vorkommt.


Zie het artikel "Der Aufstieg des Saturn und die Nährkraft der Pflanzen"

Artikel in Lebendige Erde 4/2016, Juli-August

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