Das helle, ruhig leuchtende am Nachthimmel ist Jupiter. Früh am Abend erscheint
er am süd(öst)lichen Himmel. Er steigt nur wenig, im Süden steht er so tief wie
die Sonne Anfang Januar. In diesem Jahr hat Jupiter Anfang Juli seinen größten
Glanz. Gerade dann ist er die ganze Nacht über am Himmel und erreicht die
höchste Stelle seines Himmelsbogens in der Mitternachtsstunde. Jupiter wurde von
Mitte Januar bis Juli heller und länger sichtbar. Diese Periode war wie ein
Hinaufzielen zur jetzigen Glanzeszeit. In den kommenden Monaten wird Jupiter
allmählich weniger intensiv leuchten. Er nähert sich der untergehenden Sonne und
wird Anfang Januar 2009 in der Abendglut verblassen.
Während die Sonne durch den ganzen Tierkreis zieht, von Schütze nach Steinbock usw., bleibt Jupiter beim Kopf des Schützen. Seine Bewegung konzentriert sich in diesem Gebiet des Tierkreises. Meistens zieht er, wie die Sonne, ostwärts entlang der Sterne, aber als Herrscher der Nacht zieht er in Gegenrichtung (vom 9. Mai bis 8. September). Auf halbem Weg in seinem westlichen Gang im Schütze tritt er in Opposition zur Sonne. Dies findet am 9. Juli statt. Seine Bewegung unterscheidet sich dann maximal vom Gang der Sonne.
Während der Opposition steht Jupiter in allem der Sonne gegenüber: er geht beim Sonnenuntergang in der gegenüberstehenden Richtung auf (Sonnenuntergang NW, Jupiteraufgang SO), die Sonne beschreibt einen hohen Himmelsbogen, er einen tiefen, usw. Jupiter reflektiert das Sonnenlicht. Gerade wenn er der Sonne gegenübersteht, leuchtet er am intensivsten.
Im Landwirtschaftlichen Kurs sprach Rudolf Steiner sehr spannend über die
Nahrungspflanzen: “... wenn Pflanzen im eminentesten Sinne Nahrungsmittel
werden, wenn sie sich so entwickeln, dass sich in ihnen die Substanzen zum
Nahrungsmittel ausgestalten für Tier und Mensch, dann sind daran beteiligt Mars,
Jupiter, Saturn auf dem Umwege des Kieseligen. Das Kieselige schließt auf das
Pflanzenwesen in die Weltenweiten hinaus und erweckt die Sinne des
Pflanzenwesens so, dass aufgenommen wird aus allem Umkreise des Weltenalls
dasjenige, was diese erdenfernen Planeten ausgestalten; daran sind beteiligt
Mars, Jupiter und Saturn.” (S. 37).
“Im Apfel essen sie tatsächlich den Jupiter.”(S. 58)
Kiesel und die Sinnestätigkeit der Pflanzen sind für Bildung von
Nahrungssubstanzen angeblich wichtig. Wieso betont er den erdenfernen Planeten?
Wie lange dauert das Entstehen der reifen Äpfel im Vergleich mit der Produktion von der Unmenge Blattoberfläche! Im Vergleich mit der Blattbildung sind die aufeinander folgenden, gestaltenden Prozesse in den farbigen Blüten und geschmackvollen Früchten viel feiner differenziert. Wärme, trockene Luft fördern das Entstehen der arttypischen Gerüche, Geschmacksnuancen und Stoffkompositionen.
Bei der Fruchtbildung gehen die Lebensprozesse in gegensätzliche Richtungen: der Baum wächst in Blättern, Zweigen, Stamm, Wurzeln und Knospen im Wechsel der Jahreszeiten immer weiter. Dagegen finden hoch in den Bäumen, in der Wärme, im Licht- und Luftbereich, sich konzentrierende Prozesse statt: Die in Ruhe abreifenden Früchte werden immer schmackhafter, mehr charakteristisch. Der Baum spendet uns spezielles Aroma, herrliche und gesunde Nahrung.
Da lässt sich ahnen: Das arttypische Sich-Differenzieren bei der Fruchtbildung, die vom Leben teilweise emanzipierten und erhöhten Prozesse und das langsame Abreifen haben einen inneren Bezug zum erdenfernen Jupiter.
Dank des königlichen Jupiter, schätzen wir reife Früchte umso mehr als ein königliches Geschenk.

Abb. Der helle Jupiter ist die ganze Sichtbarkeitsperiode beim Kopf des Schützens. Er zog als Morgenplanet bis 9. Mai in östliche Richtung entlang der lichtschwachen Sterne des Kopfes. Jetzt bewegt er sich als Nachtplanet in westliche Richtung. Ab 8. September wird er als Abendplanet wieder in östliche Richtung ziehen.