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Die Venusphänomene im Tages- und Jahreslauf
Liesbeth Bisterbosch Einführung Im so genannten Landwirtschaftlichen Kurs von 1924 bezeichnete Rudolf Steiner Saturn, Jupiter und
Mars die sonnenfernen Planeten und Mond, Merkur und Venus die erdennahen
Planeten. Er nahm dabei Bezug auf die sieben griechischen Planetensphären - in
deren Zentrum die Erde ist - und auf das ptolemäische System.
Das verschiedene Verhalten der Planeten zur Sonne Elisabeth Vreede wies öfter auf den wesentlichen Unterschied zwischen den
oberen Planeten Saturn, Jupiter und Mars und den unteren Planeten Merkur und
Venus hin [19]. Für sie war wichtig, was Steiner im Dritten
Naturwissenschaftlichen Kurs [18] betont hatte: Das Hauptmerkmal des
ptolemaïschen Systems sei es, dass die zwei Gruppen von Planeten ein
verschiedenes Verhalten zur Sonne haben. Und: Die Ptolemäer bezögen dasjenige,
was sie in ihrem mathematischen Weltbild ausdrückten, auf den Menschen. Dazu
sagte Steiner: "Es wurden zusammengebracht Jupiter, Saturn und Mars mit der
Gestaltung alles desjenigen, was über dem Herzen gelegen ist, Venus und Merkur
mit demjenigen, was unter dem Herzen gelegen ist im Menschen" [18, S. 244]. Hier
wurde also der Zusammenhang zwischen der kosmischen Dreigliederung (Sonne, obere
und untere Planeten) und der Dreigliederung der menschlichen Gestalt aufgezeigt.
Steiner spricht über ein Erfühlen dessen, was in den Sternen lebt und bezieht
dies auf die Blütezeit der ägyptisch-chaldaïschen Zeit. In jener Zeit fühlte der
Mensch in seinem Herzen die Wirkungen der Sonne; das war reale Erfahrung, und
aus dieser realen Erfahrung im ganzen Menschen wurde das alte heliozentrische
System herausgebildet.
Das griechische geozentrische Weltbild Ptolemäus folgte den Überzeugungen des Naturphilosophen Aristoteles (384 -
322 v. Chr.): Es gibt einen prinzipiellen Gegensatz zwischen dem Himmel und der
Erde. Sterne und Planeten kreisen, dagegen herrschen im irdischen Reich die Gesetze von
Entstehen - Verändern - Zugrundegehen. Die schwere Erde, der Mittelpunkt der
Welt, kann wegen des prinzipiellen Gegensatzes von kreisenden Himmelslichtern
und irdischer Veränderlichkeit selbst nicht kreisen [4].
Obwohl die Erde im Mittelpunkt steht, nimmt die Sonne die zentrale Position ein. Venus und Merkur befinden sich immer in der Nähe der Sonne und folgen ihr auf ihrem jährlichen Gang durch den Tierkreis. Innerhalb dieser Beschränkung gibt es vielerlei Variationen, was sich durch die kleinen Kreise erklären lässt. Dagegen können Saturn, Jupiter und Mars sowohl im selben Tierkreisbild stehen wie die Sonne (siehe Saturn), wie auch im gegenüberstehenden (Mars), oder irgendwo anders (Jupiter). Die kleinen Kreisen von Saturn und Jupiter zeigen, wie sie sich im Jahreslauf zur Sonne verhalten. Sie bewegen sich subtil mit dem jährlichen Sonnengang mit. Bei regelmäßiger Betrachtung des Himmels über mehrere Jahre hinweg, erweist sich das ptolemäische Weltbild gerade zu als genial. Der Beobachter bekommt nämlich ein ganz anderes Verhältnis zu den unteren Planeten als zu den oberen. Die Dämmerungsplaneten Merkur und Venus erscheinen meistens in der Abendglut oder Morgenröte, sie sind immer in der Nähe der Sonne. Dagegen können Saturn, Jupiter und Mars um Mitternacht hoch im Süden zwischen den funkelnden Sternen intensiv aufleuchten. Sie zeigen in ihren Bewegungen mehr die voraussagbaren "Sterneigenschaften", während Merkur und Venus mehr auf die "irdische Veränderlichkeit" hinweisen. Die beiden Gruppen Planeten bewegen sich komplizierter als die Sonne. Die Bewegungen der oberen Planeten stehen in einem ganz anderen Zusammenhang mit der jährlichen Sonnenbewegung als diejenigen der unteren [4].
„Polarische" Gegensätze zwischen den oberen und den unteren Planeten Steiner verglich die Schleifenbildung bei Merkur und Venus mit derjenigen der
oberen Planeten und nannte sie "wirklich polarische Gegensätze". Merkur und
Venus beschreiben eine Schleife, wenn sie "sich zwischen die Erde und die Sonne
stellen, wenn also gewissermaßen dasjenige, was die Sonne für den Menschen ist,
durch sie verstärkt wird". Sie sind wirksam "durch dasjenige, was nun nicht die
Schleife ist, was gerade der Schleife entgegengesetzt ist, also durch den
übrigen Teil der Bahn" [18, S. 221 und 222]. Dagegen treten die Schleifen der
oberen Planeten auf, wenn sie in Opposition zur Sonne stehen, dann entwickeln
ihre Schleifen "eine ganz besondere Wirksamkeit", sind sie "wenig von der Sonne
beeinflußt".
Das Verhalten der Venus zur Sonne bei Baravalle Der Pädagoge Hermann von Baravalle (1898 - 1973), seit 1921 Lehrer an der Waldorfschule in Stuttgart, verzeichnete viele Jahre hindurch die Lage der Venus zur Sonne am ersten Tag eines Monats. Der Abstand zwischen den Punkten variiert, und in den Monaten, in denen Venus den Abendhimmel verlässt und Morgenplanet wird, ist er sehr gross. Von Baravalle zog zwischen den von ihm erhaltenen Punkten eine Verbindungslinie, die einen graziös gebogenen Linienzug ergab. Seine Zeichnungen des jährlichen Auf- und Absteigens der Sonne (die so genannte Sonnenlemniskate) mit den jeweiligen Venusstellungen zeigen noch eindrucksvoller, wie Venus sich im Jahreslauf zur Sonne verhält. Sein Anliegen war es, "an die unmittelbare Erscheinungswelt heranzukommen." Die Linien sind "ein Stück Natur selbst, von keiner Theorie oder Weltanschauung beeinflusst und sollen damit dem Erkenntnisziele nach einer lebendigen Beziehung des menschlichen Bewusstseins zur Natur dienen" [2, S. 48].
1930 gab er zum Selbststudium und für den Unterricht ein Buch mit dem Titel
"Einführung in die Erscheinungen am Sternenhimmel" heraus [1, 26] das 1937 mit
Erweiterungen neu aufgelegt wurde; die vierte und letzte Auflage erschien 1962
[3]. Er stellte in diesem Buch dar, wie die Stellungen der Venus zur Sonne sich
ändern: "Das regelmäßige Heben und Senken, das die Sonne im Jahreslauf ausführt,
wird von der Venus in mannigfaltiger Weise teils verstärkt, teils abgeschwächt;
ihr Frühlingsanstieg wird zuweilen durch ein Wiederzurücksinken zu tieferen
Bewegungskreisen unterbrochen oder der Herbstabfall durch einen
Nach-Sommer-Anstieg" [3, S. 113].
Abb. 3: Bewegungsbilder der Venus im Jahre 1935 und im Jahre 1936 [3, S. 111 und S. 115].
Das Verhalten der Venus zur Sonne bei Schultz Joachim Schultz (1902 - 1953), seit 1930 Mitarbeiter der Mathematisch-Astronomischen Sektion am Goetheanum, bearbeitete Venus auf eine Art, die an ptolemaïsches räumliches Vorstellen anschloss. Er trug in einem kreisförmigen Tierkreis, mit der Erde in der Mitte, die Position der Venus bei den oberen Konjunktionen mit der Sonne ein. (Venus wird bei einer oberen Konjunktion vom Morgen- zum Abendplanet.) In einem Zeitraum von acht Jahren ergaben sich jeweils fünf Konjunktionsstellen, die sich durch einen Fünfeckform miteinander verbinden ließen. Das Gleiche machte er für die fünf unteren Konjunktionsstellen. (Venus wird bei einer unteren Konjunktion vom Abend- zum Morgenplanet.) Durch den Vergleich der beiden Pentagrammen konnte er aufzeigen, dass Venus bei einer oberen Konjunktion mit der Sonne (fast) beim selben Stern steht wie vier Jahre später bei einer unteren Konjunktion. Ein Beispiel: Am 21. November 1926 stand Venus in oberer Konjunktion im Skorpion, am 22. November 1930 in unterer und am 18. November 1934 wieder in oberer Konjunktion. Alle vier Jahre kommt es im selben Tierkreisbild also abwechselnd zu einer oberen und zu einer unteren Konjunktion [13].
Das Pentagramm hat eine ästhetisch ansprechende Form. Es steht in einer
besonders engen Beziehung zum Goldenen Schnitt. Die Streckenverhältnisse im
Goldenen Schnitt werden in der Kunst und Architektur oft als ideale Proportion
angesehen. Schultz ging jedoch darüber hinaus, ihm waren die Gesetzmäßigkeiten
wichtig. Das Suchen nach dem in den Venusbewegungen waltenden Gesetz kommt auch
in seinen Abbildungen der Venusstellungen im Tierkreis zur Zeit der größten
Elongationen (Winkelabstand zur Sonne) und des größten Glanzes und später in den
Abbildungen der Venusrose (1948) und des Venus-Achtzacksternes (1952) zum
Ausdruck [14, 15].
Planetensphäre – ein griechisches Wort Das Wort Planetensphäre ist griechischen Ursprungs. „Sphaira" bedeutet Ball,
Kugel. Ptolemäus schrieb über die Ordnung der Sphären der Sonne, des Mondes und
der fünf Planeten. Sie haben bei ihm die Reihenfolge: Mond, Merkur, Venus,
Sonne, Mars, Jupiter und Saturn. Er gab keine räumliche Definition der Sphäre.
Ptolemäus erwähnte, dass es auch eine andere Reihenfolge mit Venus und Merkur
oberhalb der Sonne gab [12, 9.1]. Für Pythagoras (580 - 550 v. Chr.), Eudoxus
und Plato war die Reihenfolge: Mond, Sonne, Venus, Merkur, Mars, Jupiter und
Saturn [11, S. 23].
Der vierjährige Schädlings-Bekämpfungsrhythmus als Venusrhythmus? Das Venuspentagramm war an sich nichts neues, es wurde bereits in populären
Büchern dargestellt [23, S. 50). Für Schultz war die Kombination der Fünfeckform
der oberen Konjunktionen und diejenige der unteren Konjunktionen jedoch der
gesuchte Schlüssel zum Begreifen der kosmischen vierjährigen Periode. Er wollte "tiefere Einblicke in das Naturgeschehen
auf der Erde vermitteln. Rudolf Steiner hat öfters betont, dass viele Vorgänge
der Natur sich in einem vierjährigen Zyklus abspielen, in dem kosmische
Wirkungen auf die Erde zum Ausdruck kommen" [13, S. 10 - 11]. Kontrolle: wo [13, S. 156, S. 162 und S. 163]
Venus im Skorpion Für die Bekämpfung der Mäuse hat Steiner den folgenden Hinweis gegeben: "Wir
verschaffen uns zur Zeit des Stehens der Venus im Zeichen des Skorpions diesen
Mäusebalg und verbrennen da diesen Mäusebalg" [17, Sechster Vortrag 14.6.1924, S.
159]. Er erklärte, dass für die Reproduktion im Tierreich die Mondenwirkung von
der Venuswirkung unterstützt werden muss [17, S. 159]. Warum Venus im Skorpion
zu stehen hat, wird nicht besprochen. Vreede sagte 1927 dazu: "Die
Bekämpfung hat zu geschehen, wenn die Venus im Skorpion steht, was schon
hinweist auf die Fortpflanzung sowie auf die Tötung" [20].
Das Tierkreiszeichen Skorpion oder das Sternbild Skorpion? Steiner hat in seinen Notizen zum LWK [17, Notizen S. 36] dasselbe angegeben wie im Vortrag: Venus im Zeichen des Skorpions. Aber bei der Fragenbeantwortung sprach er über Venus im Sternbild des Skorpion (S. 175). Das ist eine andere zeitliche Angabe als Venus im Tierkreiszeichen Skorpion! Fussnot: Erst nach 1928, als die IAU die Grenzen der Sternbilder offiziell festlegte, wurde es für die Astronomen möglich, den Zeitpunkt des Eintretens eines Planeten in ein Tierkreisbild zu berechnen. Vor 1928 betrachteten die Astronomen die Position der Planeten in den Tierkreiszeichen und berechneten, wann z.B. ein Planet in ein Zeichen kam, oder mit wieviel Grad der Planet innerhalb des Zeichens stand. Um sich ein Bild von der Art und Weise machen zu können, in der Rudolf Steiner und seine Zeitgenossen über Tierkreiszeichen und -bilder sprachen, ist es wichtig zu wissen, dass die Tierkreisbilder zu ihrer Zeit noch keine mathematisch festgesetzten Grenzen hatten. Auch gab es noch keine so strenge Unterscheidung in der Anwendung der Zeichen (Astrologen) und der Bilder (Astronomen) wie in der heutigen Zeit. Bei der nächsten Fragenbeantwortung am 16. Juni 1924 antwortete Vreede auf
eine Frage über die Verbrennnungspräparate. "Die genauen Angaben können hier
nicht gemacht werden. Hierzu sind noch Berechnungen notwendig. [...] Für die
Feldmausvertilgung würde in diesem Jahre (1924) – die Perioden verschieben sich
von Jahr zu Jahr – die Zeit von zweite Hälfte November bis erste Hälfte Dezember
in Frage kommen". Anschließend sagte Steiner: "Die Prinzipien des
anthroposophischen Kalenders, wie er dazumal veranlagt war, müßten genauer
ausgeführt werden, dann könnte man sich nach solchem Kalender ganz genau
richten" [17, S. 218].
Vreedes Kalenderangaben Elisabeth Vreede gab in (fast) acht aufeinander folgenden Kalendern (Ostern
1929 bis Ostern 1937) die jeweils günstigste Zeit zur Bekämpfung der
warmblütigen tierischen Schädlinge (Mäuse) an. Venus sollte zwischen den Sternen
des Skorpions stehen, also nicht im Zeichen des Skorpions (wie berechnet für 1924). Außerdem
durfte Venus nicht vor der Sonne stehen. Die Periode von etwa zwei Wochen vor
der unteren Konjunktion bis etwa zwei Wochen danach war keine günstige Zeit.
Diese Zeit fällt in die Periode von sechs Wochen, in der Venus eine so genannte
rückläufige Bewegung macht, d.h. eine Schleife beschreibt. So entsteht der
Eindruck, dass sie Steiners Angabe "die Venus muss hinter der Sonne stehen"
interpretierte als "Venus darf nicht (fast) genau vor der Sonne stehen." Venus
brauchte nicht unbedingt Abendplanet zu sein. Auch in den Jahren, in denen sie
als Morgenplanet im Skorpion war und nicht gerade vor der Sonne stand, wurde die
Zeit als günstig für die Bekämpfung der warmblütigen tierischen Schädlinge
angegeben.
Die Venusrose und die Reproduktion hervorbringende Venuswirkung Schultz übernahm mit dem Jahrgang 1948 die verantwortliche Herausgabe des
"Sternkalenders" [14]. (Ab 1942 erscheint der astronomische Kalender unter
diesem Namen.) Die Figur des ersten Titelblattes zeigt die so genannte
Venusrose: das harmonische Bild der geozentrischen Bahn der Venus im Tierkreis
während fünf synodischer Umläufe, d.h. in acht Jahren.
Schultz hatte vor 1935 die Venuspentagrammform mit Blick auf die
Frage nach der die Reproduktion hervorbringenden Venuswirkung und dem
vierjährigen Rhythmus gezeichnet. Es sieht aus, als ob diese Frage später nicht
mehr sein Thema war. Heute kann jeder sich fragen, ob die zu starke Reproduktion
bei Unkräutern und Feldmäusen und die Venusrose einen inneren Zusammenhang
haben.
Die topozentrische (örtliche) und die geozentrische Venus Wenn man den Planeten Venus zart am bläulichen Himmel aufleuchten sieht, kann
man sich fragen, warum er denselben Name trägt wie die Liebes- und
Fruchtbarkeitsgöttin Venus. Aber wenn sie in der rötlichen Abendglut oberhalb
des westlichen Horizonts prangt oder am dunklen Firmament intensiv zwischen den
Sternen aufleuchtet, mag man von diesem Bild tief berührt sein. Sie übertrifft
alle Planeten an Leuchtkraft. Vor allem, wenn
die Mondsichel in ihrer Nähe steht, oder wenn sie sich nah bei den Plejaden
befindet, zieht sie die Aufmerksamkeit auf sich. Viele Menschen sind dann von
der Schönheit des Anblicks ergriffen.
Je größer die Entfernung vom Äquator, desto bunter und weniger klar geordnet
erscheint Venus als Abend- oder Morgenplanet. Ihre Sichtbarkeit wird dort
stärker durch den Jahreslauf geprägt! Wenn es um die konkreten
Lebenszusammenhänge geht, kann man nicht bei einer geozentrischen Venus stehen
bleiben, sondern muss zu der lokalen Venus "hinuntersteigen",
Venus als unterer Planet Das rasche Verschwinden der intensiv leuchtenden Venus vom Abendhimmel im
Juli 2007 ist typisch für sie als unterer Planet. So etwas tritt bei einem
oberen Planeten nie auf. Venus verschwindet in acht Jahren fünf Mal als Abendplanet,
und jedesmal geschieht das mit einer ganz anderen Dynamik – Venus sorgt immer
wieder für Variation und Überraschungen.
• Im Juli stand die Sonne nicht mehr so lange am Himmel und in der Natur
kündigte der Herbst sich mit ersten, kleinen Zeichen an. Der Tierkreis stand bei
Sonnenuntergang sehr viel tiefer als im Mai, als Venus bei Sonnenuntergang ihre
höchste Position erreichte. Im Juni hatte sich das Sinken des Tierkreises leise
angekündet, im Juli wurde es viel prägnanter [5].
Die örtliche Venus im Tages- und Jahreslauf Steiner wies darauf hin, dass die Menschheit sich gerade im astronomischen
Bild von der äußeren Wirklichkeit losreißt. Die mathematischen Vorstellungen des
ptolemaïschen Systems waren ein wichtiges Mittel der menschlichen Erziehung. "Es
ist die große Schule des Sich-Emanzipierens der menschlichen Vorstellung von der
sinnlichen Wahrnehmung" [18, S. 245 und S. 246]. Wir können die geozentrische
Venusrose als ein gutes Beispiel des mathematisch-abstrakten Denkvermögens
sehen.
Ausblick Der Vier-Jahres-Zyklus in der Natur war ein konkreter Anlass, sich mit den
Venusrhythmen auseinanderzusetzen. 72 Jahre nach den astronomischen Berichten
über Venus von Vreede, Baravalle und Schultz gibt es dank der goetheanistischen
und anthroposophischen Forschung von Jochen Bockemühl, Georg Maier, Manfred von
Mackensen u.a. verschiedene Ansätze, um die Bewegungsdynamik der Planeten und
die Verwandlung der Lichtphänomene im Tages- und Jahreslauf weitergehend
kennenzulernen. Auch dank der Arbeit von Menschen, welche die Anfänge der
Astronomie in Babylonien erforscht haben [25] und der unterschiedlichen
Venuserkenntnisse von Adam Bittleston [6, 7], Heidi Keller-von Asten [10] u.a. können die
Venusqualitäten heute neu befragt werden.
Literaturverzeichnis [1] Baravalle, Hermann von: Einführung in die Erscheinungen am Sternenhimmel. J. Beck, Stuttgart, 1930.[2] Baravalle, Hermann von: Die Bewegungserscheinungen von Merkur und Venus. In: Kalender Ostern 1934 - Ostern 1935. Mathematisch-Astronomische Sektion am Goetheanum, Dornach, 1934.[3] Baravalle, Hermann von: Die Erscheinungen am Sternenhimmel. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, 1962.[4] Bisterbosch, Liesbeth: Himmelskunde mit geschichtlichen Betrachtungen über Namen und Gestalten der Sternbilder. Materialien für den Himmelskundeunterricht der 7. Klasse. Pädagogische Forschungsstelle Abt. Kassel, 2005 (2. Auflage).[5] Bisterbosch, Liesbeth: Sternen- und Planetenkalender 2007, Verlag Urachhaus, Stuttgart 2006.[6] Bittleston, Adam: The seven planets. Floris Books, London, 1985[7] Bittleston, Adam: The spirit of the circling stars. Christian Community Press, London, 1975[8] Bockemühl, Jochen: Lebenszusammenhänge. Naturwissenschaftliche Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, Dornach, 1980[9] Bockemühl, Jochen und Kari Järvinen: Auf den Spuren der biologisch-dynamischen Präparatepflanzen, Lebensorgane bilden für die Kulturlandschaft. Verlag am Goetheanum, Dornach, 2005.[10] Keller-von Asten, Heidi: Sterne schauen Dich an. Verlag Walter Keller, Dornach, 1981.[11] Maula, Erkka: Studies In Eudoxus’ Homocentric Spheres. Commentationes Humanarum Litterarum 50 1974, Societas Scientiarum Fennica, Helsinki-Helsingfors, 1974.[12] Ptolemy: The Almagest. In: Great Books of the western World, 16. Ptolemy Copernicus Kepler, Encyclopaedia Britannica, Chicago, 1952.[13] Schultz, Joachim: Die Venusperioden und ihr 4 jähriger kosmischer Atmungsrhythmus. In: Kalender Ostern 1934 - Ostern 1935. Mathematisch-Astronomische Sektion am Goetheanum, Dornach, 1934.[14] Schultz, Joachim (Herausgeber): Sternkalender 1948. Mathematisch-Astronomische Sektion am Goetheanum, Dornach, 1947.[15 ] Schultz, Joachim (Herausgeber): Sternkalender 1952. Mathematisch-Astronomische Sektion am Goetheanum, Dornach, 1951.[16] Schultz, Joachim: Rhythmen der Sterne. Philosophisch-Anthroposophischer Verlag am Goetheanum, Dornach, 1985, 3. Auflage.[17] Steiner, Rudolf: Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft (Landwirtschaftlicher Kurs), Rudolf Steiner Verlag, Dornach, 1979, 6. Auflage. GA 327.[18] Steiner, Rudolf: Das Verhältnis der verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebiete zur Astronomie, Dritter Naturwissenschaftlicher Kurs. 12. und 13. Vortrag, 12. und 13. Januar 1921, Rudolf Steiner Verlag, Dornach, 1983, 2. Auflage. GA 323.[19] Vreede, Elisabeth: Astronomie und Anthroposophie. 6. - 8. Rundschreiben, Februar - April 1928 Philosophisch-Anthroposophischer Verlag, Dornach 1980, 2. Auflage.[20] Vreede, Elisabeth: Auszug aus dem Vortrag zur landwirtschaftlichen Tagung am 26. Februar 1927. Elisabeth Vreede Archief, Antroposofische bibliotheek, Den Haag, 1927.[21] Vreede, Elisabeth: Ueber Mond- und Planetenperioden. Goetheanum Archiv, Dornach, 1929.[22] Vreede, Elisabeth: Zur Einleitung. In: Kalender Ostern 1929 - Ostern 1930. Mathematisch-Astronomische Sektion am Goetheanum, Dornach.[23] Vreede, Elisabeth (Herausgeber): Kalender Ostern 1935 - Ostern 1936. Mathematisch-Astronomische Sektion am Goetheanum, Dornach, 1934.[24] Vreede, Elisabeth: Uber die Aufgangsperioden der Planeten als Zeiten besonderer Wirksamkeit. In: Kalender Ostern 1935 - Ostern 1936. Mathematisch-Astronomische Sektion am Goetheanum, Dornach, 1934.[25] Waerden, Bartel Leendert van der: Die Anfänge der Astronomie, Erwachende Wissenschaft II. Birkhäuser Verlag, Basel, 1980, 2. Auflage.[26] Ziegler, Renatus: Biographien und Bibliographien, Mitarbeiter und Mitwirkende der Mathematisch-Astronomischen Sektion am Goetheanum. Philosophisch-Anthroposophischer Verlag am Goetheanum, Dornach, 2001.
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