
Die Position von Saturn, Venus und die Mondsichel am 12. und 15.
November.
Am 15. November stehen Venus und die Mondsichel eine halbe Stunde vor
Sonnenaufgang sehr tief über dem Horizont.
De afbeelding
in groter formaat.
Das helle Licht im Morgenrot ist Venus. In diesem Monat geht sie auf, wenn
der südöstliche Himmel bereits viel Farbe hat. Dennoch ist sie gut zu erkennen.
Erst kurz vor Sonnenaufgang verblasst sie so sehr, dass sie mit bloßem Auge
nicht mehr wahrgenommen werden kann.
Am Morgenhimmel stehen zwei andere Planeten, Mars und Saturn, die viel weniger Eigenglanz haben als Venus. Sie stehen weiter von der aufgehenden Sonne entfernt und können dank ihrer guten Position am Morgen doch noch lange sichtbar bleiben. Das orangefarbene, ruhig glänzende Licht hoch am südlichen Himmel ist Mars. Dieser Planet lässt sich aufgrund seiner Farbe leicht erkennen. Haben Sie ihn gefunden, so suchen Sie zwischen Mars und Venus einen gelben Lichtpunkt: Saturn.
Wenn Sie ein wenig mit den Sternbildern vertraut sind, können Sie diesen weniger auffallenden Planeten auch finden anhand seiner Position ungefähr auf halber Strecke zwischen dem bläulichen Regulus, dem Stern beim Herzen des Löwen, und der bläulichen Spica, dem Stern, der die Ähre der Jungfrau markiert.
Unsere Abbildung zeigt die Position von Venus, Saturn und Mond am Donnerstag, dem 12., und Sonntag, dem 15. November. Der Mond steht am 15. November viel tiefer, näher am Horizont, Saturn dagegen ist etwas höher gestiegen. Mond und Saturn bewegen sich in entgegengesetzter Richtung. Saturn entfernt sich von der aufgehenden Sonne und wird von Monat zu Monat länger am Nachthimmel zwischen den Sternen der Jungfrau aufleuchten. Er bewegt sich himmelwärts.
Mond und Venus nähern sich der aufgehenden Sonne. Sie werden schon bald am östlichen Himmel, der Richtung, wo Sonne, Sterne und Planeten aufgehen und aufsteigen, nicht mehr zu sehen sein. Diese Art des Unsichtbarwerdens, des Verschwindens am Morgenhimmel, ist ein besonderes Phänomen. Nachts werden die Sterne und Planeten am östlichen Himmel sichtbar und steigen empor, jeden Morgen erscheint das Sonnenlicht im Osten. Mond und Venus bewegen sich jedoch von Tag zu Tag am östlichen Himmel erdwärts. Ihr eigener Gang ist dem täglichen Aufstieg entgegengesetzt.
Wie verschwindet die Morgensichel am östlichen Himmel und wie Venus? Am 12. steht der Mond noch höher als Saturn, am 13. viel tiefer. Am 14. steht er rechts oberhalb der Venus. Die Sichel geht mit jedem Tag später auf, der östliche Himmel ist bei ihrer Ankunft immer weniger dunkel. Der Mond geht zunehmend blasser auf, jeden Morgen ist er schmaler und schwerer zu erkennen. Am 15. November muss der Himmel klar sein, wenn man die sehr schmale Mondsichel noch bewundern möchte.
Die helle Venus geht von Woche zu Woche kürzer vor der Sonne auf. Sie ist lange nicht so hell wie in ihrer Glanzperiode, doch ist sie Mitte November tief über dem Horizont immer noch gut zu erkennen. Sie geht am 15. November eine Stunde und 22 Minuten vor der Sonne auf; Anfang Dezember etwas weniger als eine Stunde. Sie verschwindet viel allmählicher als der Mond im Licht der aufgehenden Sonne.
Vor zwei Jahrtausenden hatten die Menschen noch kein Wissen vom räumlichen Abstand der Planeten gegenüber der Erde. Die Sternenkundigen wussten, dass Saturn einen völlig anderen Gang hat als Venus und der Mond. Der «obersonnige» Saturn zieht wie die Sterne himmelwärts, die «untersonnige» Venus und die Morgensichel dagegen erdenwärts.
Deze tekst is geschreven voor a tempo, november 2009.