
Abb. links: Venus nähert sich dem bläulichen Regulus bis zum 20. September und steht bereits Ende September bei den Hinterbeinen des Löwen.
Abb. rechts: Venus und Regulus am 18. bis 22. September, jeweils um 6 Uhr morgens.
De afbeelding in groter formaat.
Jetzt, da es morgens wieder etwas länger dunkel bleibt, beginnen gute Zeiten für die Sternliebhaber. Am Ende der Nacht stehen die schönen Sternbilder Orion, Stier und Zwillinge hoch im Süden. Die Helligkeit des orangefarbenen Mars nimmt zu. Er glänzt intensiver als Pollux, der hellste Stern der Zwillinge. Seine Position in den Zwillingen verändert sich rasch. Beginn September steht er über dem höheren Fuß, Ende September unterhalb der tieferen Schulter.
Für alle, die während der Dämmerung den Morgenhimmel betrachten können, ist Venus wiederum ein Blickfang. Sie ist jener einsame helle Lichtpunkt tief am östlichen Himmel. Wenn man ihre Position in Bezug auf die Häuser und Bäume kennt, bleibt sie bis Sonnenaufgang sichtbar. Der östliche Abendhimmel bietet vom 16. bis zum 22. September ein fesselndes Schauspiel. Betrachten Sie ihn um ungefähr 6 Uhr morgens, lässt sich gut beobachten, dass der bläuliche Regulus, der hellste Stern im Löwen, in der Nähe der Venus steht. Am Mittwoch, dem 16. September, ist die Entfernung zwischen der abnehmenden Mondsichel und der Venus ungefähr so groß wie die zwischen Venus und Regulus, der bei Weitem nicht so intensiv aufglänzt wie Venus. Suchen Sie den leicht bläulichen Stern tiefer und etwas weiter links. Regulus steht in Bezug zur Venus sozusagen auf »sieben Uhr«. (Hätte er unter der Venus gestanden, so stünde er auf »sechs Uhr«.)
Die rechte Abbildung zeigt, dass Regulus auch am 18. und 19. September links unter der Venus ist. Am 20. September sind die beiden sehr nahe beieinander. Venus steht eine Vollmondbreite oberhalb von Regulus; der Stern befindet sich nicht mehr links der Venus, sondern rechts von ihr, um »halbsechs«. In den darauf folgenden Tagen steht Regulus vom Morgen bis zum Abend viel höher als die Venus und auch weiter rechts. Es ist erstaunlich, wie rasch der Abstand zwischen ihnen größer wird!
Das Besondere an diesem Geschehen ist die Art und Weise, wie Venus und Regulus, der Stern beim Herzen des Löwen, aneinander vorbeiziehen. Sie »durchkreuzen« jeweils den Weg des anderen!
Mond, Saturn, Jupiter und Mars ziehen in ganz anderer Weise an einem Stern vorüber. Diese Planeten ziehen schneller oder langsam von Osten nach Westen als der Stern; der eine passiert den anderen ohne ein derartiges Kreuzen seines Pfades.
Die Bewegung des Mars ähnelt mehr der der Sterne; er bewegt sich vorwärts und steht von Woche zu Woche weiter westlich. Die Venus dagegen folgt der Sonne; sie geht genau wie die Sonne immer südlicher auf und beschreibt einen immer tieferen Himmelsbogen. Der Mars wird in den kommenden Monaten immer heller werden und länger am dunklen Himmel aufleuchten. Er bewegt sich in jeder Hinsicht voraus, vorwärts.
Venus hat diesmal ihre besten Phasen bereits hinter sich, ohne dass dies jemand sah. Sie war seit Ende März während der (frühen) Morgendämmerung sichtbar; der Abschied im November kündigt sich schon an. Ihre Helligkeit ist im Begriff abzunehmen. Sie steht von Woche zu Woche näher bei der Sonne. Venus kann in diesem Monat als abtretender Morgendämmerungsplanet recht eigenartig auftreten: Sie kreuzt den Weg eines Sterns, sie kreuzt das Herz des Löwen.
Venus und Mars bewegen sich beide mit großer Geschwindigkeit ostwärts an den Sternen des Tierkreises entlang; Venus am raschesten. Venus und Mars ähneln einander in vielerlei Hinsicht. Und gleichzeitig zeigen sie solche Gegensätze!
Deze tekst is geschreven voor a tempo, september 2009.