Jupiter ist bei Weitem das hellste Licht am Nachthimmel.
Viel tiefer im Süden steht der Stern Fomalhaut.
Jupiter befindet sich südlich des Weges der Sonne durch die Tierkreisbilder Steinbock und Wassermann (gestrichelte Linie).
Oberhalb von Jupiter sehen wir die Schultern des Wassermanns,
Jupiter befindet sich jedoch im Steinbock.

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Das ruhige Licht Jupiters und der funkelnde Fomalhaut


Das helle, ruhig glänzende Licht, tief am dunklen Himmel, ist Jupiter. Man kann ihn gar nicht verfehlen. Er beschreibt in diesem Jahr alle 24 Stunden einen so kurzen Himmelsbogen wie die Sonne im Februar und prangt im Monat August  ganz die Nacht über am Himmel. Zu Beginn des Abends gibt es in seiner unmittelbaren Nähe keinen anderen hellen Lichtpunkt.

Später am Abend erscheint links unterhalb Jupiter, unter dem Wassermann tief im Süden, ein funkelnder Stern. Bei den Babyloniern hieß er KUA, Fisch.
Der griechische Dichter Aratos benannte in seinem Gedicht über die Sternbilder (Phainomena, 270 v. Chr.) diesen Stern als den »Südlichen Fisch«.
Bei Ptolemäus (150 n. Chr.) hatte er eine Doppelrolle: »der Letzte im Wasser« (d.h., das Wasser, das aus dem Krug des Wassermanns strömt) und »das Maul des Südlichen Fisches«.
Arabische Astronomen studierten die griechischen Texte und gaben ihm den Namen Fomalhaut. Dies ist die Abkürzung von »fam al-hut al-janubi«, den arabischen Begriff für »das Maul des Südlichen Fisches«.

Bis ins 15. Jahrhundert gab es keine Karten mit Sternen, die in Bildern gruppiert waren. Erst nach dem Mittelalter wurden Sternenkarten entworfen und gedruckt. Die exakte Position und Helligkeit der Sterne wie auch die Weise, wie die klassischen Gestalten in diesen Karten dargestellt wurden, erlangte zunehmende Aufmerksamkeit. Der "Südliche Fisch" war ein großer Fisch, der das Wasser, das aus dem Krug strömte, aufschrüft, und Fomalhaut markierte dessen geöffnetes Maul. Man hat sich also an Ptolemäus orientiert..

Im Falle des Wassermannes fiel die Wahl auf die Gestalt eines jungen Mannes mit lockigem Haar. Er hielt mit seiner einen Hand den Krug fest und mit der anderen eine Art Halstuch beziehungsweise ein Kleidungsstück, das um seine Mitte herumdrapiert war. Die Arme und Beine blieben unbedeckt, die Knie waren gebogen. Der schöne Jüngling Ganymedes war abgebildet. Der höchste Gott, Zeus, hatte ihn zu seinem Mundschenk auserkoren, und auch den anderen Göttern bot er Getränke an.

Auffallend ist, dass bei Ptolemäus der Wassermann noch nicht mit dem Mythos von Ganymedes verbunden war. Wo am babylonischen Himmel der Gott mit seinen beiden Krügen, aus denen die Flüsse Euphrat und Tigris strömten, dem Gott Gula, stand, befand sich zwei Jahrtausende später ein Mundschenk.

In südlicheren Ländern steigen Jupiter und die Sterne steiler empor. Mitten in der Nacht stehen Jupiter und Fomalhaut höher am südlichen Himmel, Jupiter intensiv glänzend und Fomalhaut funkelnd. Der Stern sieht dicht über dem Horizont häufig orange oder rot aus, steht er höher am Himmel, ist er hellblau.
Wenn der Nachthimmel sehr klar ist, kann man etwas Überraschendes sehen: Im Gebiet zwischen den Sternen, die den Krug markieren, und Fomalhaut zwinkern besonders viele feine Sternchen, als ob dort ein Fluss strömte. Der Südliche Fisch trinkt mit großen Zügen!

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts entstand unter den Astronomen das Bedürfnis, die Größe der Sternbilder festzulegen. Im Jahr 1925 erhielt der belgische Astronom Eugène Delporte von der Internationalen Astronomischen Union den Auftrag, die exakten Grenzen der Sternbilder festzulegen. Er sollte die Tradition der Sternbilder und den Weg der Sonne entlang der Sterne des Tierkreises mit einbeziehen. So entstand für den Wassermann das heutige Vieleck (siehe Abbildung).

Planeten und helle Sterne sind Naturphänomene, die Sternbilder sind gewissermaßen Geschenke aus der babylonischen, griechischen und arabischen Kultur. Dank ihrer können wir sagen: »Oberhalb des Jupiters stehen die Schultern des Wassermanns, dicht unter ihm stehen die beiden Sterne, die den Fischschwanz des Steinbocks (siehe a tempo Juli 2009) markieren.«

Deze tekst is geschreven voor a tempo, augustus 2009.