Die Position Merkurs vom 10. April bis etwa 4. Mai
am noch hellen Abendhimmel, eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang

(Positionen jeweils am 10. April, 20.40 Uhr, am 26. April, 21.06 Uhr und am 4. Mai, 21.19 Uhr).
 Der Eigenglanz nimmt von Tag zu Tag rasch ab.

Rechts: die hauchdünne Mondsichel oberhalb Merkur am 26. April,
anderthalb Stunden nach Sonnenuntergang.

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Sonntag, 26. April
– ein außergewöhnlicher Merkurabend 


Auf die Merkurliebhaber wartet eine spannende Zeit. Am 10. April beginnt eine neue Sichtbarkeitsphase. In jedem Jahr gibt es höchstens ein paar Wochen, während derer er bis zum Ende der Abenddämmerung sichtbar ist. In diesem Jahr ist das die Zeit vom 21. bis 30. April. Während dieser Tage bleibt er nach Sonnenuntergang noch zwei Stunden am Himmel.

Es kann richtig Spaß machen, zusammen mit anderen auf «Merkurjagd» zu gehen. Versuchen Sie, bereits vor Sonnenuntergang einen Ort aufzusuchen, wo das Sinken der Sonne gut sichtbar ist (Die Sonne geht am 10. April um ungefähr 20.10 Uhr unter, am 26. April um 20.36 Uhr, berechnet für Kassel).
Wenn die hellsten Sterne sich zeigen, kann die Suche nach Merkur beginnen. Seine Position nahe bei der Sonne erschwert es, ihn zu sehen.

Erwarten Sie am noch blauen oder warm aufleuchtenden Himmel nur ein zartes Lichtpünktchen. Wenn wir mit den Augen den Himmel links oberhalb der Stelle, wo die Sonne untergegangen ist, «abtasten», kann es sein, dass Merkur plötzlich mitten in unserem Blickfeld auftaucht.
Wenn der eine Beobachter ihn oberhalb bestimmten Zweigen eines Bäumes entdeckt, so können die übrigen ihre Blickrichtung entsprechend korrigieren. Auf dem Moment «Ich sehe Merkur» kann solch eine Entdeckungsfreude entstehen!
Es scheint fast, als stünde der Planet nicht am, sondern vor dem Himmel. Eigenartig, dass wir ihn noch nicht vorher wahrgenommen hatten, er unterscheidet sich doch so deutlich von seiner Umgebung.

 Es ist fesselnd, zu verfolgen, wie der Planet bei Einbruch der Dunkelheit stärker aufzuglänzen beginnt. Meistens verschwindet er jedoch schon in den Nebeln, längst vor der Himmel völlig dunkel wird und er seinen Eigenglanz voll zeigen kann.

Am 10. April steht Merkur eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang nur eine halbe Handbreit oberhalb der Stelle, wo die Sonne untergegangen ist. Während der westlichen Himmel noch blau ist, versinkt er schon in den Nebeln. Bis zum 26. April wird seine Position mit jedem Tag günstiger: Er erscheint höher, weiter entfernt von der Sonnenuntergangstelle, und bleibt so lange sichtbar bis auch am schwarzen westlichen Himmel die schwächeren Sterne erscheinen (Untergang am 10. April um 21.16 Uhr, am 26. April um 22.45 Uhr).

Der Abend des Sonntag 26. April, bietet eine schöne Konjunktion. Gerade dann, am Tag der grössten Entfernung zur Sonne, erscheint der zunehmende Mond wieder am Himmel. Und dann auch noch genau über Merkur! Für jeden Sternfreund eine außergewöhnliche Gelegenheit Merkur zu erspähen. Suchen Sie ihn unter der hauchdünnen Mondsichel in einer Entfernung, die viermal dem Monddurchmesser entspricht. Das Paar bekommt im Verlauf des Abends immer mehr Glanz! Zwischen 21 und 22 Uhr sind sie am besten sichtbar. Um 22 Uhr steht Merkur nur noch eine halbe Handbreit oberhalb des Horizonts. Ist der Himmel völlig dunkel geworden, hat das Suchen kein Sinn mehr.

Wenn Merkur Abendplanet ist, nimmt sein Eigenglanz von Tag zu Tag ab. Ab dem 26. April nähert sich Merkur wieder der Sonne und es wird schwierig, ihn zu erwischen. Merkur ist vom 18. bis 26. April durch die besseren Umstände leichter zu finden als am Anfang der Sichtbarkeitsperiode, wo sein Eigenglanz am grössten ist. Das Doppeldeutige gehört zu ihm.

Bemerkenswert ist, dass seine Beziehung zum Mond ganz anders ist als diejenige zur Sonne. Wenn der Mond am Merkur vorbeizieht, sieht er immer aus als eine zarte Sichel. Merkur bei der hauchdünnen Mondsichel ist ein charakteristisches Bild, die wir uns gut einprägen können.

Die Art, wie Merkur in der Dämmerung auftaucht und wieder verschwindet, sagt jedoch viel mehr über seinen Wesen aus. Seine Eigenart kommen wir auf dem Spur beim Betrachten des jeweils unterschiedlichen Auftauchen und Verschwinden, an seinem aktuellen Bezug zum Tag- und Nachtwelt, zur Sonne.

Deze tekst is geschreven voor a tempo, april 2009.