
Abbildung:
Links: Venus am westlichen Abendhimmel, eine Viertelstunde nach
Sonnenaufgang.
Sie geht viel weiter nördlich (= weiter rechts) unter als die
Sonne.
Rechts: Der östliche Morgenhimmel, eine Viertelstunde vor Sonnenaufgang. Venus
wird schon am 24. März sichtbar, während sie noch bis zum 25. März am
Abendhimmel zu sehen ist.
Die Venus geht viel weiter nördlich (= weiter links)
auf als die Sonne.
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tempo, März 2009.
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Im März lässt sich an der Venus viel erleben. Anfang des Monats erscheint sie jeden Abend bei Einbruch der Dunkelheit hoch über den Bäumen und Gebäuden. Sie befindet sich am Himmel im Gebiet der reichen Farbschattierungen. Zu Beginn der Übergangsphase vom Tag zur Nacht ist sie allein am Himmel. Im Lauf der Zeit erscheinen immer mehr Lichtpunkte. Was für einen intensiven Glanz die ruhig scheinende Venus hat! In ihrer unmittelbaren Umgebung werden nur wenige Sterne deutlich sichtbar. Jetzt, da die Tage länger werden, steht sie von Woche zu Woche ein ganzes Stück weiter rechts und geht immer weiter nördlich unter.
Venus geht viel nördlicher unter als die Sonne. Wie vieles hat sich während der vergangenen Monate ereignet! Am Ende des vergangenen Jahres stand sie niedrig wie die Sonne an den kürzesten Tagen und ging viel weiter links, im Südwesten, unter.
Wir sehen Venus nie im Lauf der Nacht am östlichen Himmel aufsteigen und am westlichen Himmel untergehen. Im Gegensatz zu den Sternen oder Saturn und Jupiter zeigt sie uns nie ihren vollständigen Himmelsbogen. Sie ist ein «Horizontplanet»; von allen Planeten erscheint sie am häufigsten in unserem Blickfeld. Ihr Ort ist nicht «über uns» sondern eher «um uns herum».
Anfang März geht die Venus dreieinhalb Stunden nach der Sonne unter und prangt über dem westlichen Horizont, wenn der Himmel völlig dunkel geworden ist. Jeden Tag steht sie tiefer und geht eher unter. Am 10. März würde man noch erwarten, dass sie den ganzen Monat lang weiter zu sehen sein wäre. Doch sie beschleunigt dasTempo, mit dem sie den Abendhimmel verlässt. Am 15 März geht sie zwei Stunden nach der Sonne unter. Am 25. März nur 43 Minuten, und schon am nächsten Abend lässt sie sich gar nicht mehr blicken!
Wie anders wirkt der Himmel ohne ihre Präsenz, er kommt nicht mehr so stark auf uns zu. Nachdem sie monatelang jeden Abend den Himmel so schmückte, ist ihr Verschwinden ein großer Verlust.
Über das Kommen und Gehen der Venus existieren sehr alte Überlieferungen. Die babylonischen Priester notierten bereits 1581 v. Chr., an welchem Tag sie sich verabschiedete, wie lange sie unsichtbar blieb und wann sie wiederkam. Das überraschend schnelle Verschwinden des vertrauten Dämmerungsplaneten stellte für sie ein einschneidendes Ereignis dar. Im Flachland zwischen den beiden großen Flüssen konnte die Venus 3 bis 20 Tage nach ihrem Abschied vom Abendhimmel wieder sichtbar werden. Sie ging dann bereits vor der Sonne auf und war am östlichen Himmel sichtbar. In Deutschland kann es viel länger dauern, bis sie zum Morgenplaneten wird, sie kann bis zu acht Wochen verschwunden sein.
Venus erscheint in jeder Region anders. Am 24. und 25. März erscheint sie, vom nördlichen Deutschland aus gesehen, bereits am Morgenhimmel, während sie auch noch am Abendhimmel zu sehen ist! Suchen Sie sie viel weiter nördlich als die Sonne, sie geht 15 Grad weiter im Norden auf und unter. In Hamburg kann die Venus bereits am 22. März am Morgenhimmel (mit einem Fernglas) wahrgenommen werden, in Kopenhagen ab 20. März und in Oslo schon ab dem 13.
Je nördlicher gelegen die Region, desto größer ist die Entfernung zwischen der Aufgangsstelle der Sonne und der Venus. Einmal in acht Jahren erscheint die Venus bereits am Morgenhimmel, bevor sie den Abendhimmel verlassen hat. Sie kann so überraschend, so «unlogisch» auftreten! Was kein anderer Planet vermag, das zeigt sie am 24. und 25. März 2009.