Die Position der Venus, 40 Minuten nach Sonnenuntergang.
Mit jeder Woche steht sie weiter rechts und nördlicher.
Sie erreicht im Februar ihren größten Glanz, gerade in dem Zeitraum, in dem sie so hoch am Himmel steht!
Quelle: Sterrengids, de Koepel, Utrecht

Deze tekst is geschreven voor a tempo, Februar 2009.
 

Venus blüht auf – es wird wieder Frühling!

Das Himmelslicht, das so hell ist, dass es sogar in den Städten die Aufmerksamkeit auf sich zieht, ist der Planet Venus. Jeden Abend ist sie da, jeden Abend ist der (süd-)westliche Himmel besonders schön! Bei Einbruch der Dunkelheit wird der Lichtpunkt mit jeder Viertelstunde größer. Während sich die Farben der Umgebung vom Hellblau über feurige Sonnenuntergangsfarben in zarte Dämmerungstöne und schließlich ins Dunkelblau verwandeln, tritt sie immer deutlicher hervor.

Zwei Stunden nach Sonnenuntergang ist auch der südwestliche Himmel völlig dunkel geworden. Wenn der Nachthimmel aufgrund der Winterkälte besonders klar ist, hat Venus einen noch intensiveren Glanz. Eine Position, so hoch über den Bäumen und Häusern an einem funkelnden Himmel ist für sie etwas Einzigartiges.

Sie scheint uns viel näher als die Sterne und der matte Schein des Mondes zu sein. Vor allem in ländlichen Gegenden lässt sich das erleben. Im Vergleich zu den funkelnden Sternen ist ihr Licht ruhig, gewissermaßen verinnerlichter. Venus gibt in diesem Monat so viel Licht, dass an mondlosen Abenden sogar deutlich abgegrenzte Schatten sichtbar sind. Je tiefer sie steht, desto länger sind diese. Der Planet hat kein Eigenlicht, wie der Mond leuchtet Venus im Sonnenlicht auf, reflektiert dieses jedoch stärker als die graue Oberfläche des Mondes es tut. Von allen Planeten ist sie sogar derjenige, der das Sonnenlicht am stärksten spiegelt.

Venus erscheint während einer Periode von acht Jahren nur wenige Monate so hoch zwischen den Sternen. Anfang Februar verschwindet sie fast viereinhalb Stunden nach der Sonne am westlichen Horizont, drei Handbreit (30 Grad) nördlicher als die Sonne (Sonnenuntergang um 17.12 Uhr, Venusuntergang 21.36 Uhr, bezogen auf Kassel). Sie steht immer in der Nähe der Sonne, und jetzt, da die Tage so schnell an Länge zunehmen, wird auch ihr Himmelsbogen jeden Tag höher und länger. Im Verlauf des Monats gehen Sonne und Venus gleich viel weiter nördlich unter (16 Grad).

Venus beschreibt den ganzen Monat über einen höheren, weiter nördlich verlaufenden Bogen als die Sonne. Wo die Venus Ende Februar hinter dem Horizont verschwindet, wird die Sonne Mitte April untergehen. So beschreibt Venus schon jetzt den Himmelsbogen, den die Sonne anderthalb Monate später durchlaufen wird. Sie zeigt uns im winterlichen Monat Februar, wo die Sonne im Frühling am westlichen Himmel stehen wird.

Für die Sichtbarkeit der Abendplaneten sind Februar, März und April die besten Monate. So schön, wie sie jetzt dort oben steht, ist sie jedoch nicht jedes Jahr, sondern erst wieder im Februar 2017 und 2025, also alle acht Jahre. Venus ist im Laufe von acht Jahren fünfmal Abend- und Morgenplanet. Nach gut anderthalb Jahren (genauer: nach 8/5 Jahren) erreicht sie wieder ihren größten Glanz als Abendplanet, und nur einmal innerhalb von acht Jahren geschieht das im Februar. Zwischen dem 18 und dem 22. Februar ist sie am hellsten – und gerade dann steht sie besonders hoch am Himmel!

Am 15. Januar hatte Venus ihren größten Winkelabstand zur Sonne (47 Grad). Wenn sie am 18. Februar ihren größten Glanz erreicht, steht sie noch fast ebenso weit von der Sonne entfernt (41 Grad). Diese Glanzphase innerhalb ihres Eigenrhythmus’ erlebt sie gerade im Februar, im selben Monat, in dem sie sie eine solch lange Sichtbarkeit am Abendhimmel hat! Glanzphase und Glanzmonat finden zur gleichen Zeit statt. So können wir die Venus den ganzen Monat über sehen, voller Pracht, hoch über den Bäumen und Häusern am dunklen Himmel sehen- wie ist sie aufgeblüht!