
Abbildung: Die Lichtgestalten des Mondes im September, eine
Dreiviertelstunde nach Sonnenuntergang.
Der Mond steht während der Abenddämmerung tief über dem Horizont
(Südwest-Nordost).
Der zunehmende Mond befindet sich zwischen 3. und 9. September zwischen den
hellen Planeten Venus und Jupiter.
Die Tierkreisgestalten sind eingezeichnet, um zu zeigen, wie schnell der Mond
von der Jungfrau (Sichel) zu den Fischen (Vollmond) eilt.
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tempo, September 2008.
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Der Mond wird jeden Monat aufs Neue geboren. Die Sichel, die am 2. September
unterhalb der Venus kurz in der Abendglut aufleuchtet, kündigt eine neue
Sichtbarkeitsperiode an.
Doch wie der Mond sich zeigt, ist in jeder Jahreszeit anders. Im September
erscheint der zunehmende Mond abends bei Einbruch der Dunkelheit auffallend tief
über den Bäumen und Gebäuden. Zwei Wochen lang steht er so in unserem Blickfeld.
Vom 2. bis 6. September erscheint tief am südwestlichen Himmel, links von der Stelle, an der die Sonne unterging, die Mondsichel. Sie steht ziemlich senkrecht und zeigt nur eine leichte Neigung in Richtung der Sonne. Dieser Mond ähnelt einem Jagdbogen. Die griechische Mondgöttin Artemis ― die Göttin der Jagd und Herrin über das Wild ― wurde meistens mit Pfeil und Bogen dargestellt. Es ist fesselnd, zu beobachten, dass die Abendsichel gerade am Ende der Vegetationszeit, kurz vor Beginn des rauen Winters, eine solche Position einnimmt, dass sie einem Jagdbogen gleicht. Artemis war auch die Beschützerin des jungen Lebens und wurde als stillende Mutter mit vielen Brüsten abgebildet. Während der Jagdsaison wurde die Mondgöttin verehrt als Göttin der Jagd, im Frühjahr dagegen als Göttin der Fruchtbarkeit.
Zwischen dem 8. und dem 14. September steht am Ende des Nachmittags ein «buckliger» Mond tief am östlichen Himmel. Er ist im Begriff, aufzusteigen, allerdings nicht höher als die Sonne im März. Jetzt, da die Tage rasch kürzer werden und viele Pflanzen sich in einer Phase der Rückbildung und des Absterbens befinden, zeigt sich der zunehmende Mond nur tief am Himmel.
Der zunehmende Mond leuchtet an der rechten Seite auf. Der Mond hat kein eigenes Licht, er leuchtet im Sonnenlicht auf. Da der zunehmende Mond jeden Abend ungefähr dieselbe Höhe und Position einnimmt, können wir gut verfolgen, wie seine Lichtgestalt zunimmt: Zunächst leuchtet nur der Rand der rechten Hälfte der Scheibe, wobei mit der rechten Hälfte die zur Sonne hin gewendete Hälfte gemeint ist. Ihre Neigung ändert sich von Stunde zu Stunde ein wenig. Die ganze linke Hälfte des Mondes bleibt unbeleuchtet. Mit jedem Tag wird die Sichel breiter, ein größerer Teil der rechten Hälfte des Mondes wird leuchtend sichtbar. In den Tagen vor und nach dem Halbmond (7. September) verändert sich die Form am stärksten. Ab dem Halbmond beginnt der Mond gewissermaßen von der Mitte aus zu wachsen: Er bekommt einen «Buckel». Je größer dieser wird, umso weniger kommt mit jedem weiteren Tag hinzu. Erst in der Nacht des Vollmonds (15. September) leuchtet dann auch der linke Rand der Mondscheibe auf ― der Mond in seiner vollen Rundung zu sehen. Je weiter der Mond von der Sonne entfernt steht, umso größer ist seine Lichtgestalt.
Die Abendsicheln gehen während der Abenddämmerung früher unter als
Anatares, der rötliche Stern im Skorpion. Der bucklige Mond dagegen geht erst
nach Antares am schon dunklen Himmel unter.
Der zunehmende Mond steht am nächsten Abend bei Sonnenuntergang weiter links,
also östlicher. Der Mond benötigt fast 25 Stunden für einen «Rundgang». Er
braucht mehr Zeit als die Sterne, um sich von Osten nach Westen zu begeben.
Er vollführt seinen täglichen Himmelsbogen mit einer gewissen Trägheit und gerät
den Sternen gegenüber immer mehr in Rückstand.
Bitte, lassen Sie sich aber nicht durch den Mond verwirren. Wie schnell läuft er von Venus zu Jupiter! Am 2. September steht die Sichel noch unterhalb der Venus, am 9. September schon beim Jupiter. Da die Planeten Venus und Jupiter am Himmel aufleuchten, zeigt dies besonders gut, mit welch einer Geschwindigkeit der Mond von der Jungfrau zum Schütze eilt.
Der Mond spiegelt das Licht der Sonne. Die Sichel erscheint jeden Monat auf andere Weise, ihre Neigung und Höhe «spiegelt» das Spezielle der jeweiligen Jahreszeit, die Sonnenwirkung im Jahreslauf.