
Abbildung: Der Aufstieg von Schütze und Jupiter im Juli
während der Abendstunden, abgebildet sind die Positionen in Mitteldeutschland
und am Äquator.
In Deutschland ist lediglich der Oberkörper des Schützen gut
sichtbar. In südlicheren Gebieten ist der Aufstieg der Sterne steiler und der
Pfeil des Schützen mehr nach oben gerichtet.
Jupiter und Schütze stehen alle
1.100 km weiter südlich jeweils eine Handbreit (10°) höher über dem südlichen
Horizont.
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tempo, Juli 2008.
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Was ist prächtiger als die Sterne in einer dunklen Umgebung? Ihr Funkeln kann eines der beeindruckendsten Ferienerlebnisse sein.
Für viele ist der Sternenhimmel gleichzeitig auch ein Chaos heller und schwächerer Lichter. Das griechische Wort
Kosmos wird übersetzt mit Ordnung, Weltall, Menschheit oder Schmuckstück. Diese Bedeutungen werden nachts in einer natürlichen Umgebung erlebbar: in allen Richtungen leuchten helle und schwächere Sterne auf; wir stehen mitten unter einer großen Kuppel. Wie unterschiedlich die Umgebung tagsüber auch ist, wir Erdenbürger haben nachts alle dasselbe aufleuchtende Weltall, ein Schmuckstück über uns. Durch regelmäßige Beobachtung entdecken wir immer mehr Ordnung darin. Wir werden fähig uns in einer fremden Umgebung am Himmel zu orientieren.
Dieses Schmuckstück um uns herum sieht immer anders aus. Im Juli wird Jupiter nach Sonnenuntergang als Erster sichtbar. Bei Einbruch der Dunkelheit wird er heller und steigt vom Südosten in Richtung Süden auf. Im Flachland sehen wir beim Jupiter die lichtschwachen Sterne, die den Kopf des Schützen bezeichnen. Am frühen Abend weisen die Arme und der Pfeil des Schützens nach vorn. Wenn der Pfeil schräg nach unten gerichtet ist, steht er im Süden (siehe Abbildung). An der Ausrichtung des Bildes können wir erkennen, wo Süden ist.
In der Schweiz und in Italien stehen die Planeten und Tierkreisbilder im Süden höher als in Deutschland. Dort wird der Unterleib des Schützen wohl gut sichtbar. Je südlicher das Gebiet, umso steiler steigen und sinken die Himmelsbilder. Von Griechenland und noch südlicheren Gebieten aus gesehen, sieht der steigende Schütze deutlich anders aus: sein Arm und der Pfeil zeigen nach oben. Die Julinacht dauert dort länger, Schütze und Jupiter sind bereits früher am Abend sichtbar und beschreiben größere und höhere Himmelsbögen.
Wenn ein Himmelslicht in einem Gebiet, das 1.100 km weiter südlich liegt, den höchsten Punkt seines Bogens erreicht, steht es bereits 10° (d.h. bei gestrecktem Arm eine Handbreit) höher über dem südlichen Horizont als bei uns. Mit den Armen lässt sich die Höhe Jupiters einschätzen, und damit lässt sich bestimmen, wie weit südlich wir uns in Bezug auf unseren Heimatort befinden.
In Mittelitalien steht Jupiter eine Handbreit höher als in Mitteldeutschland. In Mittelgriechenland kommt noch eine halbe Handbreit hinzu. In Südägypten steht Jupiter beinahe drei Handbreit höher als in Mitteldeutschland, am Äquator sind es sogar fünf!
Im August sind Jupiter und Schütze bei Sonnenuntergang weiter auf ihrem Himmelsbogen fortgeschritten. Die Sterne gehen von Monat zu Monat zwei Stunden früher auf und unter. Beim Untergang des Schützen gehen im Nordosten die Zwillinge in liegender Position auf. Dieses Sternbild beschreibt jeden Tag einen hohen, langen Bogen von Nordosten nach Nordwesten und wird über ein halbes Jahr die ganze Nacht über bewundert werden können. Der Schütze und die Zwillinge stehen, von uns aus gesehen, einander am Himmel gegenüber. Sie haben entgegengesetzte Bewegungseigenschaften. Auch ihre Gestalten sind sehr gegensätzlich: die Zwillingsbrüder ähneln einander vom Scheitel bis zur Sohle, beim Schützen dagegen ist der menschliche Oberkörper völlig anders gestaltet als der Pferdeunterleib.
Die Namen der Gestalten der Tierkreisbilder sind ein geheimnisvolles Geschenk der Babylonier. Sie benannten die Sterne, die während der Morgendämmerung aufgingen, nach ihren Göttern. Ihr Schütze stieg fast so schnell wie am Äquator, Arm und Pfeil wiesen hoch zum Himmel. Wenn Jupiter, wie in diesem Jahr, den Kopf des Schützens erhellte, wurde das konzentrierte Sich-Richten auf ein Ziel betont.
