Abbildung: Mars, Regulus und Saturn am 15. Juni, ca. 23:30 Uhr. Ende Juni wird der Löwe bereits eine Stunde früher so tief stehen.
Mars bewegt sich relativ schnell entlang der Sterne des Tierkreises in Richtung Osten und wird Ende Juni an Regulus oberhalb vorbeiziehen, am 10. Juli unterhalb am Saturn (s. den Pfeil).

Die Pfeile deuten die Positionen von Mars und Saturn während ihrer Konjunktionen im Krebs, im Löwen und in der Jungfrau an.

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Mars und Saturn kommen rasch zusammen

Während der Abenddämmerung erscheinen im Westen drei Lichtpunkte hoch über den Bäumen und Gebäuden. Das hellste Licht, Saturn, steht links über Regulus, der das Herz des Löwen markiert. Der rötliche Mars, der am wenigsten Glanz hat, steht in den ersten Juniwochen beträchtlich tiefer (siehe Abbildung). Am Samstag, 7. Juni und den darauf folgenden Abenden zieht die Mondsichel unterhalb von Mars, Regulus und Saturn vorbei. Dank dem Mond ist das Trio für jeden gut erkennbar.

 

 

Der Löwe und die Planeten stehen von Woche zu Woche tiefer über dem westlichen Horizont, Ende Juni geht das Trio bereits um Mitternacht unter. Die Position des Mars im Verhältnis zu Regulus und Saturn ändert sich ebenfalls schnell: Anfang Juni steht Mars noch 20° (zwei Handbreit) von Saturn entfernt, Ende Juni steht er bereits rechts oberhalb von Regulus. Die Konjunktion von Mars und Saturn kündigt sich an.

Der Gang des Mars hat einen besonderen Rhythmus: Je näher er sich bei der Sonne befindet, desto rascher verläuft sein Gang in Richtung Osten durch den Tierkreis. Auch Saturn hat diesen Rhythmus, jedoch viel subtiler. Er wird sich in den kommenden Monaten stetig von Regulus entfernen. Die Abbildung zeigt die Position von Mars und Saturn im Löwen am 15. Juni, der Pfeil mit dem Datum 10.7.2008 deutet auf ihren Ort im Löwen während der kommenden Konjunktion.

Mars lässt sich als Dämmerungsplanet immer schwerer finden als Saturn und kann im Juli nicht mehr mit bloßem Auge wahrgenommen werden. Während der vorherigen Konjunktionen war er ebenfalls nicht sichtbar. Das letzte Zusammentreffen fand statt im Krebs (s. den Pfeil mit dem Datum 18.6.2006). Saturn benötigte gut zwei Jahre, um vom Krebs zur Brust des Löwen voranzuschreiten. In dieser Zeit hat Mars außerdem einen Rundgang durch den gesamten Tierkreis vollführt.

Im Vergleich zum Mars verweilt Saturn sehr lange bei denselben Sternen.

Die kommenden zwei Konjunktionen von Saturn und Mars werden in der Jungfrau stattfinden, jedes Mal etwas weiter östlich im Tierkreis. (Fast) immer findet die nächste Konjunktion gut zwei Jahre später statt, und in dem dazwischen liegenden Zeitraum durchläuft Mars alle Bilder des Tierkreises. Die Konjunktionen bilden eine überschaubare Reihe. Dies ist umso auffälliger, weil Mars und Saturn in der langen Zwischenperiode ganz unabhängig voneinander ihre eigenen Wege gehen. Ein Beispiel: Mars wird erst in einem Jahr am östlichen Morgenhimmel sichtbar werden. Dann ist Saturn wieder im Begriff, den westlichen Abendhimmel zu verlassen. Im Juli 2010 sind sie jedoch wieder gleichzeitig Abenddämmerungsplaneten. Immer folgt auf eine relativ lange Periode „getrennter Auftritte“ eine kurze Periode, in der derselbe Kurs verfolgt wird.

Seit 1992 waren die Konjunktionen von Mars und Saturn unsichtbar. Wir gehen jedoch ergiebigen Jahren entgegen: bis 2016 werden Saturn und Mars bei jeder folgenden Konjunktion prächtiger aufleuchten und nach Sonnenuntergang immer länger sichtbar bleiben. Jedes folgende Treffen wird anders vorbereitet und folgt einer angepassten Dynamik. Bis 2016 findet jede Konjunktion in einem jeweils größeren Abstand zur untergehenden Sonne statt.

Dies beinhaltet, dass das Tempo des Mars dem des Saturn immer ähnlicher wird. Durch diese „Anpassung“ bleiben Mars und Saturn immer länger nahe beieinander. Die Sonne scheint ein ganz besonderer Dirigent des Bewegungszusammenspiels von Saturn und Mars zu sein.

 

 

Onderstaand artikel is geschreven voor Lebendige Erde Mai-Juni 2008

Das Verschwinden in der abendlichen Farbenglut

Sterne und Planeten bewegen sich am Himmel immer weiter auf ihren Bögen von Ost nach West. Das Erscheinen am östlichen Horizont und das Verschwinden am westlichen sind zwei spezielle Momente auf diesem Weg.

Jahrtausende zuvor erlebten die Babylonier das Aufgehen eines Himmelslichtes als das Heraustreten eines Gottes aus einer Pforte. Der Mondgott öffnete die Himmelspforte, wenn er aufstieg. Die Himmesgötter - auch die Götter der Wolken und des Windes - verließen den Himmel durch eine Pforte. Der Wettergott hatte als Aufgabe, den Riegel zu öffnen.

Die Sonne verschwindet am Ende des Tages, abhängig von Wohnort und Wetter, im Nebel oder sie senkt hinter Hügel oder Gebäude, ins Meer, in die Bäume und Pflanzen oder in den Acker. Die Sterne, Saturn, Jupiter und Mars werden noch auf eine andere Art unsichtbar. Sie gehen immer früher auf und unter, die Sterne zwei Stunde je Monat, und wenn sie am Abendhimmel stehen, nähern sie sich der Sonne und werden kürzer und schwächer sichtbar. In den Monaten Mai und Juni erscheinen die Sterne des Löwen und die Planeten Mars und Saturn von Woche zu Woche bei Sonnenuntergang tiefer am westlichen Himmel. Sie bleiben während der Dämmerung länger im Sonnenlicht und gehen außerdem früher unter. Der orangefarbene Mars, der als Dämmerungsplanet so lichtschwach ist, dass er weniger glänzt als Regulus, der Hauptstern des Löwen, ist Ende Juni mit dem bloßem Auge nicht mehr zu sehen. Regulus, der bläuliche Stern im Herzen des Löwen, verschwindet Anfang Juli. Der gelbliche Saturn, der hellste dieser drei, verblasst etwa um 10. Juli im Sonnenlicht.

Jede Region hat ihre eigenen Himmelsrhythmen. Dieser Text ist geschrieben für die Mitte Deutschlands. In den südlicheren, flachen Landstrichen wie Paris bleibt Mars bis Mitte Juli sichtbar. Suchen Sie ihn Ende Juni oberhalb von Regulus und am 10. Juli unterhalb von Saturn.

Ein Stern geht jeden Tag in der gleichen Richtung unter, er tritt "im dunklen Massa, in der Schwere" ab. Außerdem verschwindet er einmal im Jahr, in einer bestimmten Woche, ”im Licht der Sonne”. Das allmähliche Unsichtbarwerden der Sterne am rötlichen Abenddämmerungshimmel, das sukzessive Erlöschen ihres Lichts in der abendlichen Farbenglut nannten die Ägypter das Sterben eines Sternes.

Das Sterben des Löwen findet jedes Jahr in der gleichen Periode statt, zumindest wenn man im gleichen Gebiet wohnen bleibt. Dagegen ändern sich von Jahr zu Jahr die Termine an denen die Planeten ihren so genannten heliakischen Untergang haben (das griechische Wort helios bedeutet Sonne). Saturn ist jedes Jahr etwa zwei Monate unsichtbar, die neue Sichtbarkeitsperiode findet jedes Jahr durchschnittlich zwei Wochen später statt. Mars dagegen bleibt viel länger unsichtbar, erst Juni 2009 werden wir ihn sehen können. Er wird dann bis Mitte Juli 2010 sichtbar bleiben.

Die Bewegungen von Saturn und Mars und ihre Sichtbarkeitsperioden sind erstaunlich fein aufeinander abgestimmt. Während ihrer nächsten Konjunktion am 31. Juli 2010 werden sie wieder “sterbende” Abenddämmerungsplaneten sein. Mit jeder nächsten Konjunktion stehen sie weiter entfernt von der untergehenden Sonne. In der Periode 2012 bis 2022 sind Saturn und Mars bei ihren Zusammentreffen wohl gut sichtbar.