Die Position des Löwen, des gelblichen Saturns und des orangerot farbenen Mars am westlichen Himmel,
eine dreiviertel Stunde nach Sonnenuntergang Mitte Mai und Mitte Juni.
Löwe und Saturn nähern sich der Sonne erheblich schneller als Mars.
Das Paar Regulus/Saturn steht im Mai und im Juni immer näher bei Mars. 

Deze tekst is geschreven voor a tempo, Mai 2008.
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Ein Zustrom von Planeten am westlichen Abendhimmel

Jetzt geschieht viel am westlichen Abendhimmel. Anfang Mai werden die Dämmerungsstunden durch das Licht Merkurs bereichert! Die Woche von Sonntag, dem 4. Mai, bis Samstag, dem 10. Mai, bietet die beste Gelegenheit, ihn gut wahrzunehmen. Der schnelle Planet steht bis 14. Mai bei Sonnenuntergang immer höher am nordwestlichen Himmel und bleibt abends länger sichtbar. Sein Untergang ist am 1. Mai um 22.27 Uhr (1 Uhr 42 min nach der Sonne); am 14. Mai um 23.16 Uhr (2 Uhr 10 min. nach der Sonne).
Wenn Merkur Abendplanet ist, nimmt jedoch seine Helligkeit von Tag zu Tag rasch ab. Nach dem 14. Mai wird es immer schwieriger, ihn noch zu erblicken.

 Dienstag, der 6. Mai ist der beste Tag für einen „Merkurabend“. Versuchen Sie vor Sonnenuntergang (in Kassel um 20.55 Uhr) an einem günstigen Wahrnehmungsort zu sein, um so früh wie möglich einen ganz zarten, kleinen, weißen Bogen wahrzunehmen. Er steht etwas links oberhalb der Stelle, wo die Sonne hinter dem Horizont verschwindet. So eine hauchdünne Sichel ist eine besonders schöne und seltene Erscheinung. Der zunehmende Mond ist in diesem Moment lediglich 31 Stunden „alt“: er stand am Tag davor bei der Sonne und war unsichtbar. Links von der Sichel erscheint der Dämmerungsplanet Merkur, der Abstand zwischen ihnen beträgt vier Vollmonddurchmesser. Eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang bietet ihr zartes Licht ein wunderbares Schauspiel; sie befinden sich dann nur eine Handbreit oberhalb des Horizonts. Je dunkler der Himmel, desto intensiver ihr Licht; die feine Sichel und Merkur scheinen größer zu werden.
Links unterhalb von Merkur erscheint der orangefarbene Aldebaran, der das Auge des Stiers markiert. Man kann sehen, in welchem Sternbild Merkur steht – dies kommt nur selten vor.
Merkur sinkt etwas schneller als die Mondsichel und steht später am Abend etwas tiefer als sie. Sie tauchen in den Dunst ein und werden unsichtbar.

Am westlichen Abendhimmel zeigt sich aus zwei Richtungen ein Zustrom von Planeten: Der zunehmende Mond und Merkur entfernen sich von der untergehenden Sonne, vom 6. bis 14. Mai stehen beide immer höher, Saturn und Mars dagegen nähern sich ihr. Sie stehen im Laufe des Monats zu einer bestimmten Stunde immer tiefer am westlichen Himmel.

 Saturn sinkt zusammen mit den Sternen des Löwen; der gelbliche Saturn und der bläuliche Regulus, der das Herz des Löwen markiert, stehen von Woche zu Woche deutlich tiefer. Mars dagegen nähert sich der Sonne lange nicht so rasch wie die Sterne und Saturn. Der Abstand zwischen dem Paar Regulus/Saturn und dem orangenen Mars wird mit jeder Woche erheblich geringer. Die Konjunktion am 10. Juli kündigt sich an.

Das Licht von Mars ist beträchtlich schwächer als das von Saturn. Beide Planeten sind lange nicht mehr so hell wie zu Beginn dieses Jahres, als sie ungefähr der Sonne gegenüber standen. Schade, dass es zu keiner Konjunktion kam, als sie so schön waren. Aber wir können Zeuge einer langen Vorbereitungszeit werden, was bei der Konjunktion von Merkur und Mond niemals der Fall ist!