2008 fällt der erste Frühlingsvollmond auf Karfreitag, den 21. März.
Der Vollmond befindet sich zwischen den Sternen der Jungfrau.
Vollmond und Jungfrau stehen vom 21. bis 22. März die ganze Nacht am Himmel. Der Vollmond geht während des Sonnenuntergangs auf und kurz vor Sonnenaufgang unter.

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Ostern 2008, ein besonderes Frühlingsfest


Der Ostersonntag fällt in diesem Jahr auf ein extrem frühes Datum, erst im Jahr 2160 wird der Ostersonntag wieder am 23. März sein. Ein so frühes Osterfest bedeutet eine besonders rasche Aufeinanderfolge der Ereignisse am Himmel und auf der Erde. Für die Bestimmung des Osterdatums wird sowohl zur Sonne als auch auf den Mond geblickt. Am Ostersonntag hat das Licht die Finsternis überwunden, der Frühling hat begonnen. Ostern findet immer bei abnehmendem Mond statt, am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond.

Bei einem so frühen Osterdatum wie in diesem Jahr folgen der erste Frühlingstag, der Vollmond und der Ostersonntag sehr rasch aufeinander. Der erste Frühlingsvollmond fällt in diesem Jahr auf Freitag, den 21. März, das ist das frühest mögliche Datum. Dies bedarf allerdings eines Kommentars: Nach der astronomischen Frühlingsdefinition beginnt dieser im Jahr 2008 bereits am 20. März, der erste Frühlingsvollmond könnte im Prinzip also bereits einen Tag früher stattfinden. Die westlichen christlichen Kirchen haben jedoch beschlossen, dass ein festes Datum, eben der 21. März, den Beginn des Frühlings markiert. Daher ist der 21. März das früheste Datum für den Ostervollmond und der 22. März das allerfrüheste Datum für den Ostersonntag, dies wird erst am 22. März 2285 eintreten!

Ein so frühes Osterfest bedeutet, dass die Sonne tagsüber ungefähr genau so hoch aufsteigt wie der Ostervollmond in der Nacht. Beim vorigen Vollmond im Februar dauerte die Nacht länger als der Tag und der Vollmond stieg nachts höher als die Sonne tagsüber. Damals gab der Mond nachts länger Licht als die Sonne tagsüber. Zu Beginn des Frühlings hat die Dominanz des Mondlichts ein Ende. Bei einem späteren Osterdatum ist dies deutlich – Mitte April sind die Tage bereits viel länger und der abnehmende Mond steht nachts nur kurz und sehr tief am Himmel. Im Jahr 1913 fand Ostern auch am 23. März (genau so früh) statt, der Mond war jedoch nicht am Freitag, sondern am Samstag, dem 22. März, voll. Jetzt, da der Mond wieder am Freitag voll wird, ähnelt das Geschehen in der Periode zwischen Freitag und dem Ostermorgen viel mehr derjenigen zwischen dem Tod des Christus am Kreuz und seiner Auferstehung: als Christus nämlich am Tag der Kreuzigung bei Sonnenuntergang in das Grab gelegt wurde, ging der Vollmond auf. Sein Licht verlieh der gesamten Nacht eine geheimnisvolle Stimmung.

 Am Beginn des nächsten Abends ging der abnehmende Mond auf. Als sich einige Frauen am zweiten Morgen nach dem Tod in aller Frühe auf den Weg zum Grab machten, stand ein noch fast voller Mond auffallend am westlichen Himmel, der viel Licht gab, die Umgebung sah grau aus. Beim ersten Aufleuchten des östlichen Himmels verblasste das Licht des abnehmenden Mondes. Als der östliche Himmel und danach auch die gesamte Umgebung Farbe bekam, wurde die Mondscheibe zu einem unauffälligen grauen Wölkchen.

Am Himmel besteht jedoch auch ein großer Unterschied zwischen damals und heute, wenn wir auf den Ort des Mondes zwischen den Sternen blicken. Vor 2000 Jahren stand der Ostervollmond in der Waage, heute steht er zwischen den Sternen der Jungfrau. Damals gingen Sonne und Widder gleichzeitig unter, heute bleiben die Sterne der Fische unsichtbar.

Der Himmel zeigt niemals exakte Wiederholungen. Die kosmischen Rhythmen zeigen uns Ereignisse, die einander in gewisser Hinsicht zwar ähneln, jedoch jeweils einzigartig sind. An jedem Osterfest überwindet die Sonne die Finsternis in anderer Weise.