
Die Abbildung zeigt die Position der Mond in Verhältnis zu der
Sonne, der Sonnenbahn und dem Sternbild Jungfrau. Die Positionen der Sonne und
des Mondes am 1. 3. und 5. Oktober sind gezeichnet.
De afbeelding
is er ook in groter formaat.
Am Montag dem 3. Oktober bietet der Himmel am Vormittag ein schönes Schauspiel. In der Zeitspanne von zweieinhalb Stunde sieht die Sonne fortwährend anders aus. Um dies beobachten zu können, braucht man eine spezielle Sonnenschutzbrille!
Zunächst verschwindet aus der rechten unteren Seite der Scheibe ein immer größeres Stück. Der obere Teil bleibt leuchtend. Nach einer guten Stunde erreicht die Bedeckung die maximale Größe. Dann ist eine große, leuchtende Sichel entstanden, von der die beiden "Hörner" schief herunterhängen.
Dieses ungewöhnliche Himmelslicht hat je nach Region eine andere Größe und Position. Im Norden Deutschlands bleibt der größere Teil der Scheibe hell, in der Schweiz und in Süddeutschland nur der kleinere.
Während der linke untere Teil der Scheibe unsichtbar wird, leuchtet rechts ein stets größerer Bereich wieder auf. Die Verdunklung zieht sich links unten zusammen - dann leuchtet die Sonne wie zuvor.
Für die Menschen, die östlicher wohnen, ereignet sich dieses Schauspiel etwas später. In Köln dauert es von 9.54 bis 12.25 Uhr, in Dresden von 10.01 bis 12.30 Uhr.
Das Geschehen beginnt "auf einmal", ganz ohne Warnung. Die örtliche Anfangszeit lässt sich jedoch auf die Sekunde genau berechnen! So eine Voraussage ist zu verstehen, wenn man das Erscheinen des Mondes in den Tagen davor und danach betrachtet (siehe die Abbildung):
Am 1. Oktober geht der Mond kurz vor der Sonne auf, die Sichel steht rechts oberhalb der Sonne. Die Abbildung zeigt die Morgensichel oberhalb der Sonnenbahn durch die Jungfrau (gestrichelte Linie).
Am 3. Oktober erscheint kein silbrig glänzender Mond, am 5. Oktober jedoch zieht kurz nach Sonnenuntergang eine weiße Sichel die Aufmerksamkeit auf sich. Die Abendsichel ist etwa so nahe an der Sonne wie
die Morgensichel am
1. Oktober, jedoch östlich von ihr und unterhalb der Sonnenbahn (Ekliptik).
Auffällig ist, wie schnell der Mond im Sternbild Jungfrau von West nach Ost eilt, während die Sonne relativ wenig in östlicher Richtung fortschreitet.
Zwischen dem 1. und 5. Oktober überquert der Mond die Sonnenbahn von Nord nach Süd. Die Stelle der Sonnenbahn, an der dies stattfindet, heißt der
"absteigende Mondknoten". Nachdem der Mond hier vorbeigeschnellt ist, steht er also unterhalb der Sonnenbahn. Von Deutschland aus gesehen überquert er am 3. Oktober zunächst die Sonnenbahn von Nord nach Süd und kurz darauf zieht er an der Sonne unterhalb vorbei.
Jeden Monat gibt es Neumond, eine Konjunktion von dem Mond mit der Sonne, aber dieses Mal schiebt ein Teil unseres Erdtrabanten sich vor die Sonne. Da der Mond so nahe am Knoten in Konjunktion mit der Sonne tritt, kann der obere Teil des unsichtbaren Himmelskörpers den unteren Teil der Sonnenscheibe bedecken.
Von der Schweiz aus gesehen befindet sich am 3. Oktober der Mondknoten näher an der Sonne wie in Norddeutschland und daher wird ein größerer Teil der Sonnenscheibe bedeckt.
Die örtlichen Unterschieden zeigen: jedes Gebiet hat seinen eigenen Mondknoten!
Die Tabellen geben übrigens einen anderen Eindruck, sie zeigen nur einen Wert. Dieser ist berechnet für das Mitte der Erde, wo keiner wohnt.
Im Norden Portugals und in der Mitte Spaniens findet an diesem Tag ein großes Ereignis statt: Der Neumond stellt sich genau vor die Sonne. Der "spanische Mond" überquert die Sonnenbahn gerade dort, wo sich auch die Sonne befindet. Da er diesmal jedoch relativ klein ist, kann er nicht die ganze Sonnenscheibe bedecken, so entsteht ein heller Ring. In den Gebieten, in denen der helle Lichtring überall gleich groß ist, sammeln sich Menschen aus der ganzen Welt, um dieses Schauspiel zu bewundern. In diesem Moment kann man erfahren: Der Mittelpunkt der aufleuchtenden Sonne und des dunklen Mondes und man selbst befinden sich hier und jetzt genau in einer Linie. Dort ist also am Himmel abzulesen, wo der Knotenpunkt sich befindet.