Mercurius en Jupiter in oktober; de Nederlandse tijden zijn ongeveer 20 min. later

Merkur und Jupiter – so unterschiedlich

In Oktober braucht man nicht mehr so früh aufzustehen, um den Morgenhimmel zu betrachten. An den ersten Tagen dieses Monats lohnt es sich sehr, da Jupiter und Merkur in ausdrucksvoller Art und Weise ihre gegensätzliche Bewegungen zeigen.
Der helle Jupiter ist seit etwa 6. September am Morgenhimmel sichtbar. Seine Aufgangszeiten verfrühen sich in regelmäßiger Art, jeden Morgen geht er knapp 3 Minuten früher auf. Wenn man von Woche zu Woche um etwa 6.00 Uhr den östlichen Himmel betrachtet, steht er immer höher. Jupiter entfernt sich mit gleichmäßigen Schritten von der aufgehenden Sonne und leuchtet allmählich intensiver. Am 1. Oktober geht er drei Stunden vor der Sonne auf.
Jupiter befindet sich im Löwen. Rechts über ihm steht der bläuliche Regulus. Ihr Winkelabstand ist nun eine knappe Handbreite (bei gestrecktem Arm). Jupiter wird sich bis August 2004 bei den Sternen befinden, die die Hinterläufe des Löwen markieren. Er wird sich allmählich etwas weiter von Regulus entfernen (bis auf zwei Handbreiten), sich dann wieder in geordneter Art und Weise Regulus nähern – wo er nun sich befindet –, dann entfernt er sich wieder allmählich.  Erst ab August 2004 wird sein Abstand zu Regulus weiter als zwei Handbreiten. Man könnte sagen: Jupiter ist während eines Jahres "treu" an den Sternen im Tierkreisbild.

Abb.:
Jupiter befindet sich bei den Hinterläufen des Löwen. Der bläuliche Regulus steht am östlichen Morgenhimmel rechts über ihm.
Merkur ändert täglich seine Position.
Abgebildet sind die Positionen von Merkur im Tierkreis am 1. und 10. Oktober.
(De afbeelding in grotere formaten. )

Merkur ist bedeutsam weniger hell als Jupiter, und da er außerdem näher an der Sonne steht, macht er einen viel blasseren Eindruck. Merkur hatte am 26. September seinen größten Winkelabstand zur Sonne und erschien gut anderthalb Stunden vor der Sonne am östlichen Himmel. Am 1. Oktober geht er um 5.42 Uhr auf; etwa 20 Minuten später - um 6 Uhr - steht er genügend hoch, um ihn zu erkennen (gut eine Handbreite links unter Jupiter). Während einer halben Stunde kann man mit bloßen Augen deutlich verfolgen, wie er Jupiter hinterher läuft. Gegen 6.30 Uhr erblasst er in der zunehmenden Morgenhelle, während Jupiter noch bis kurz vor Sonnenaufgang um 7.21 Uhr sichtbar bleibt. Anfang Oktober nähert Merkur sich der Sonne. Den nächsten Morgen geht er vier Minuten später auf, den darauf folgenden Morgen fünf Minuten später und rasch verlässt er den Morgenhimmel. Ab 10. Oktober steht er wieder zu nahe an der Sonne, um sichtbar zu sein.
Merkur befindet sich ja immer irgendwo in der Nähe der Sonne. Er ist "Sonnen-treu". Wo er genau steht, ist jeweils anders und lässt sich nicht leicht voraussagen. Verschiedene Bewegungstendenzen ändern sich von Tag zu Tag.

Jupiter und Merkur werden "der König und sein Narr" genannt. Bei Jupiter verlaufen alle Bewegungen geordnet, symmetrisch und sie sind gut überschaubar. Merkur überrascht uns immer wieder. Er erscheint mal, hüpft mal so, und ist dann wieder weg.
 

Jupiter und Regulus, der König und der Unterkönig

Jupiter und Regulus werden in der griechischen Zeit "der König und der Unterkönig, Prinz" genannt. Der Stern Regulus gehörte zu den 36 ältesten babylonischen Sternen. Sein Name war LUGAL, König. Erst in späteren babylonischen Texten erschien der Name Löwe (UR.GU.LA). Die Griechen beschrieben ihn als den Stern in der Nähe des Löwen-Herzens. Sie nannten ihn Basiliskos, was Unterkönig oder Prinz bedeutet.
Jedes zwölfte Jahr verbleibt Jupiter etwa ein Jahr im Löwen und steht in der Nähe des Regulus. Der helle Jupiter kann Regulus viel näher kommen als irgendeinem anderen hellen Stern. Es geschieht immer wieder, dass die jährliche hin- und hergehende Bewegung des Jupiter so nahe an Regulus stattfindet, dass er dreim oberhalb an ihm vorbeiläuft. Dann steht ein knappes Jahr lang der König etwas nördlicher, höher am Himmel wie der Unterkönig. Dies war 1956 und 1968 der Fall.
2039, 2051 und 2063 (immer zwölf Jahre später) wird der leuchtende Jupiter wieder während seiner ganzen Sichtbarkeitsperiode oberhalb des Unterkönigs stehen.